nach oben
Der Umtausch von Geschenken hielt sich in Pforzheim in Grenzen - scheinbar liegt das daran, dass vermehrt Gutscheine verschenkt werden.
Der Umtausch von Geschenken hielt sich in Pforzheim in Grenzen - scheinbar liegt das daran, dass vermehrt Gutscheine verschenkt werden. © dpa
27.12.2010

Umtausch nach Weihnachten hält sich in Grenzen

PFORZHEIM. Der Umtausch ungeliebter oder nicht passender Geschenke nach Weihnachten wird von Jahr zu Jahr weniger. Dafür nimmt der Verkauf von Geschenkgutscheinen zu. Rolf Spiertz, Geschäftsführer von C & A in Pforzheim sieht zwischen beiden Beobachtungen einen Zusammenhang: "Weil es mehr Geschenkgutscheine gibt, muss weniger umgetauscht werden, denn die Kunden suchen sich nach dem Fest das aus, was ihnen gefällt und todsicher passt."

Umfrage

Sind Sie mit den Weihnachtsgeschenken, die Sie bekommen haben, zufrieden?

Ja 0%
Nein 0%
Mir egal 0%
Stimmen gesamt 0

Der Pforzheimer Einzelhandel registrierte am Montagmorgen wenig Kundenfrequenz, was vor allem an den winterlichen Straßenverhältnissen und der gegenwärtigen Schulferienzeit liegen dürfte, wobei viele Beschäftigte ebenfalls Urlaub zwischen den Jahren genommen haben. "Man schläft erst aus, frühstückt später und geht dann zum Einkauf in die Stadt", sagt Rolf Spiertz, der nicht nur Geschäftsführer von C&A ist, sondern auch stellvertretender Vorsitzender des Pforzheimer Einzelhandelsverbandes. Gegen 14.30 Uhr waren dann die Geschäfte in der Innenstadt gut gefüllt.

"Gegenüber dem Vorjahr hat der Geschenkgutschein-Verkauf um etwa 20 Prozent zugenommen", sagt Spiertz. An jeder Kasse seines Modehauses könne auch umgetauscht werden, wobei selbst reduzierte Ware vom Umtausch nicht ausgeschlossen sei. Trotzdem waren gestern vor allem Kunden unterwegs, die Neukäufe tätigten. So wie Mutter Bettina Brecht aus Dietlingen, die mit ihrem Sohn Jonas auf Einkaufstour war. "Ich brauche neue Ski-Klamotten, weil ich im Sportprofil der Karl-Dittler-Realschule in Remchingen etwas Skisport-Leistung zeigen möchte. Nur gut, dass ich meine Mutter als Finanzministerin dabei habe", sagt der Schüler, der sich kaum daran erinnern kann, wann er zuletzt etwas umgetauscht habe. "Das war vor einigen Jahren. Aber seit meine Schwester meine Kleidungsgröße kennt, musste ich nichts mehr umtauschen", so Jonas.

Dafür hat Verkäuferin Melanie Wenzel, stellvertretende Teamleiterin bei C&A, gestern Morgen einen BH wieder zurückgenommen, weil die Körpchengröße seiner Angebeteten nicht gepasst habe. "In dieser Beziehung irrt sich die Männerwelt öfter einmal", sagt Wenzel und lacht.

"Und manchmal müssen auch Buch-Geschenke umgetauscht werden, weil der Käufer nicht den Unterschied zwischen Rubinrot, Saphirblau und Samardgrün kennt", sagt Erika Föst, Geschäftsführerin der Buchhandlung Thalia in Pforzheim. "Rubinrot" sei der Titel des ersten Liebes-Vampir-Abenteuers von Autorin Kerstin Gier, das gestern prompt in das Nachfolge-Werk "Saphirblau" umgetauscht worden sei. "Aber hoffentlich ist jetzt alles in Ordnung, denn inzwischen gibt es schon wieder ein neueres Werk, das ,Smaragdgrün' heißt", sagt sie. Föst beobachte mit Freude, dass sich der Umtausch in Grenzen halte und Geschenkgutscheine gefragter denn je seien. "Vor einigen Jahren hatte ich einmal eine Kundin , die einen Buchgutschein über 1000 Euro hatte und sich davon das ganze Jahr über mit Büchern eindeckte. So etwas müsste öfter vorkommen", wünscht sie sich.

Auch in den Elektronikmärkten "Saturn" und "Mediamarkt" auf der Wilferdinger Höhe machte am Montag der Neukauf sowie das Einlösen der Geschenkgutscheine den Löwenanteil des Geschäfts aus. "Der Umtausch spielte kaum eine Rolle", so Mediamarkt"-Geschäftsführer Martin Schulz, der seine diesjährige Aktion "40 Euro bezahlen, aber 50 Euro dafür als Geschenkgutschein bekommen" als phänomenal bezeichnet hatte. "Diese Aktion hat bombig eingeschlagen. Das schreit nach einer Wiederholung."