nach oben
Auch das Trinkwasser aus dem häuslichen Zapfhahn wird bei den teilnehmenden Familien untersucht. Foto: Deck
Auch das Trinkwasser aus dem häuslichen Zapfhahn wird bei den teilnehmenden Familien untersucht. Foto: Deck
30.05.2016

Umweltbundesamt macht Untersuchungen in ausgewählten Pforzheimer Haushalten

Regelmäßig nimmt das Umweltbundesamt unter die Lupe, welche Chemikalien und Umwelteinflüsse die Menschen in Deutschland belasten. Nun steht eine neue große Untersuchung an. Und dafür ist ein Untersuchungsteam auch in Pforzheim unterwegs.

Für die Deutsche Umweltstudie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen machen die Experten von heute bis 8. Juni zahlreiche Untersuchungen mit Kindern und Jugendlichen in deren Zuhause. Bei den Hausbesuchen nehmen sie Trinkwasser-, Urin-, Staub- und Luftproben und führen Interviews zu Themen, die die Schadstoffbelastung im Haushalt erfassen.

Teilnahmebereitschaft geringer

Bewerben konnte man sich für die Teilnahme an der Studie nicht. Nach Angaben von Christine Schulz vom Fachgebiet „Toxikologie, gesundheitsbezogene Umweltbeobachtung“ des Umweltbundesamts erfolgte die Auswahl der Kinder und Jugendlichen im Auftrag des Robert-Koch-Instituts nach einem wissenschaftlichen Zufallsverfahren aus den Einwohnermelderegistern. Mitmachen könne nur, wer vom Robert-Koch-Institut schriftlich zur Teilnahme an deren Studie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen (KiGGS) und dann vom Umweltbundesamt zur Teilnahme an deren Studie eingeladen wurde.

Pro zufällig ausgewähltem Ort – Pforzheim ist Stellvertreter für Gemeinden mit einer Einwohnerzahl von 100.000 bis unter 500.000 – erklären sich laut Umweltbundesamt im Durchschnitt 18 Familien bereit, an der Studie teilzunehmen. „In Pforzheim lag die Teilnahme-Bereitschaft deutlich niedriger“, sagt Schulz. Die Gründe dafür könnten vielfältig sein und ließen sich in der Regel nicht finden. Die Studienergebnisse seien repräsentativ für alle in Deutschland lebenden Kinder und Jugendliche von drei bis 17 Jahren, erklärt das Umweltbundesamt. Denn die Auswahl der Haushalte und Kinder wurde aufgrund der Merkmale Gemeindegröße, Alter und Geschlecht nach einem wissenschaftlichen Zufallsverfahren getroffen.

Bevor die Experten die Hausbesuche machen, haben die Familien der Kinder und Jugendlichen bereits Probengefäße beispielsweise für die Entnahme von Trinkwasser aus dem häuslichen Zapfhahn sowie einen Fragebogen zu Krankheiten und gesundheitlichen Beschwerden erhalten. Ein Interviewer besucht die Familien dann zu Hause und befragt ein Elternteil und das Kind, sofern es mindestens elf Jahre alt ist. Darüber hinaus misst er den Schallpegel vor dem Schlafraum des Kindes und den Gehalt an ultrafeinen Partikeln im Kinderzimmer.

Bei einigen zufällig ausgewählten Haushalten gibt es Ergänzungsprogramme: chemische Innenraumluftverunreinigungen, Hausstaubuntersuchungen, weitere Trinkwasseruntersuchungen und Feinstaubgehalt der Innenraum- und der Außenluft.

Alle Proben werden analysiert und zusammen mit den Daten aus den Interviews und den Ergebnissen der KiGGS-Studie ausgewertet. Wenn die Teilnehmenden es wünschen, erhalten sie eine umweltmedizinische Bewertung der gefundenen Schadstoffmesswerte.