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Den Durchblick in Dillstein hat nicht nur der Umzugs-Schneemann sondern auch 

Dietlinde Hess.
Den Durchblick in Dillstein hat nicht nur der Umzugs-Schneemann sondern auch Dietlinde Hess. © Seibel
07.03.2011

Umzugs-Vorbereitungen: In Dillschde geht's närrisch zu

PFORZHEIM. Ohne Fleiß kein Preis. Ohne Vorbereitungen kein Faschingsumzug in Dillschde. Fleißige Heinzelmännchen haben gemalt, gehämmert und gebastelt. Damit am Faschingsdienstag wieder Zehntausende ab 14 Uhr ihren Spaß haben werden.

„Belrem-Wetter ist angesagt“, kündigt Dietlinde Hess, Vorsitzende des Bürgervereins Dillweißenstein, für den Umzug in Dillweißenstein an. Das heißt, sie erwartet frühlingshafte, sonnige Temperaturen. Um 14 Uhr geht es vom Alten Bahnhof Weißenstein los. Der närrische Lindwurm mit rund 50 Gruppen und Themen-Wagen wird sich dann seinen Weg durch den romantischen Stadtteil an der Nagold bahnen – bis zum Ludwigsplatz, wo traditionell die Schneemann-Verbrennung den Winter austreiben soll.

Allein für den Watte-Schneemann haben Dietlinde Hess und ihr Vorstandsmitglied Rico Friedl 50 Watte-XXL-Packungen im Stadtteil eingekauft. Dann musste Wattebausch für Wattebausch auf das Schneemann-Geflecht geklebt werden. „Zum Glück hatten wir Hilfe von zwei zehnjährigen Buben, der Junior eines Vorstandsmitglieds und sein Freund. Sie fertigten das Schneemann-Unterteil, so dass wir Senioren uns nicht mehr so tief bücken müssen“, erzählt Hess. „Dafür bekommen die Jungen einen Orden“, verspricht sie. Es ist der Orden des Umzugsvereins mit dem Motiv des ältesten Hauses in Pforzheim aus dem 15. Jahrhundert an der Hoheneckstraße beim Kleintierzüchterverein. „Das Älteste für die Jüngsten“, so Hess. „Außerdem beteiligt sich der Bürgerverein in diesem Jahr erstmals mit einem Bahngepäckwagen beim Umzug“, kündigt die Vorsitzende verheißungsvoll an . Den Rest des Riesen-Schneemanns haben dann die Kräheneck-Hexen verhext: Wolfgang, Ingrid und Sandra Häffelin scheuten keine Mühe, damit der Schneemann am Dienstag abbrennen kann.

In der Schlosserei Haug an der Herrenstraße ist die Belrem-Kanone, die am Sonntag beim Umzug in Neuhausen eingesetzt war, wieder geschmiert und faschingsfit gemacht worden. Auch die Eisenringe der Kanone mussten nachgezogen werden, damit heute wieder echte Böllerschüsse vom 80-jährigen Kanonier-Urgestein Fritz Häffelin abgefeuert werden können. Feuerwehrmann Thomas Häffelin greift ihm da unter die Arme. Auch die Zinnen für den Burgwagen mussten gestern wieder neu montiert werden. „Für den Transport zum Umzug nach Neuhausen durch die Waldstrecke auf der Huchenfelder Straße mussten die Zinnen abgenommen werden“, weiß Faschings-Urgestein und Schlossermeister Günther Haug.

Auf dem Gelände des Würmtal-Sägewerks gestaltete die Karnevalgesellschaft Hochburg ihren Wagen, während die Pforzheimer Faschingsgesellschaft bei „Neon Nagel“ im Mäuerach ein Riesen-Sparschwein für die Stadt zusammengebastelt hat.

Die Spielvereinigung Dillweißenstein mit ihrem Obersprücheklopfer Helmut Schmitt hat sich ein fußballbezogenes Motto zur Frauen-WM ausgedacht. „Zwecks Emanzipation“, sagt er und lässt offen, ob sich jetzt auch Männer langsam emanzipieren. Wie schon im Vorjahr werde es aus Kostengründen keine Tribüne auf dem Ludwigsplatz geben, sondern einen Vip-Bereich mit Stehtischen. Selbst Ministerpräsident Stefan Mappus, der sich zum Umzug angesagt hat, kann es dann nicht vom Sitz hauen, weil auch er einen Stehplatz bekommt.

Aktuell zum Umzug wird "pz-news" am Dienstag ein Video präsentieren.