760_0900_102914_roof_tiles.jpg

Unbekannte geben sich in Pforzheim als Dachdecker aus, um Raubzüge zu starten

Pforzheim. Vermeintliche Dachdecker in Latzhosen geben sich als Außendienst-Mitarbeiter eines lokalen Handwerksbetriebs aus, machen den Hausbesitzern weis, ihr Dach sei defekt und inspizieren gemeinsam das Haus. Dabei benutzen sie offenbar den Namen einer bekannten, soliden Firma aus Pforzheim.

Das ist dann ideal für einen Raubzug, wenn der eine Täter den Hausbesitzer ablenkt und der andere die Räumlichkeiten nach Geld oder Wertgegenständen durchwühlt. Oder zum Aussähen eines lohnen Einbruchsziels. Zum Abschluss fordern die „Handwerker“ für ihre „Beratung“ auch noch 20 Euro bar auf die Hand, natürlich ohne Quittung.

Am Dienstag ist dies wieder in Pforzheim passiert – und nach polizeilichen Erkenntnissen segelten die Unbekannten erneut unter der Flagge der auf dem Buckenberg ansässigen Firma Ulrich Senn Bedachungen – ein Familienbetrieb seit 1863 in fünfter Generation. Es handelt sich bei der Belegschaft um einen Meister und 13 Dachdecker. „Niemand unserer Mitarbeiter würde das tun“, sagt Chefin Petra Senn, die durch ihren Anruf bei der PZ etwaige weitere Opfer von mutmaßlichen Betrügern warnen will.

Das meldet die Polizei zum Thema

Am Dienstagnachmittag trieben in der Pforzheimer Nordstadt angebliche Bauarbeiter ihr Unwesen. Zunächst klingelten zwei 35 bis 40 Jahre alte, wie Zimmerleute gekleidete, Männer an einem Anwesen und gaben vor, sie hätten festgestellt, dass der Kamin am Haus beschädigt sei und boten für 800 Euro eine Reparatur an. Die gutgläubige Hausbesitzerin gewährte den Männern Zutritt zum Haus.

Als die Unbekannten einige Zeit später äußerten, sie hätten alles erledigt, bezahlte die arglose Dame die Rechnung, um dann hinterher festzustellen, dass am Kamin keine Arbeiten durchgeführt wurden. Ob die beiden Männer auch etwas entwendet haben, ist noch unklar.

Zwei 50 bis 60 Jahre alte Männer in Latzhosen schlugen in der Kreuzsteinallee auf, um auch dort bei einer vertrauensseligen Hausbesitzerin angebliche Reparaturarbeiten am Kamin durchführen zu wollen. Während einer der mutmaßlichen Arbeiter die Frau durch ein Gespräch ablenkte, begab sich der zweite ins Obergeschoss. Die Männer verlangten schließlich 20 Euro für ihre scheinbare Kamininstandsetzung und machten sich unter Mitnahme eines Tresor- und eines Kommodenschlüssels davon. Diesen Umstand stellte die Seniorin allerdings erst im Nachhinein fest.

Tipps der Polizei

Lassen Sie keine Handwerker oder Personen ins Haus, die Sie nicht bestellt haben

Seien Sie misstrauisch gegenüber Fremden

Zeigen Sie solche Vorfälle bei der Polizei an

Mehr lesen Sie am Donnerstag in der „Pforzheimer Zeitung“ oder im E-Paper auf PZ-news oder über die Apps auf iPhone/iPad und Android-Smartphones/Tablet-PCs.

Olaf Lorch-Gerstenmaier

Olaf Lorch-Gerstenmaier

Zur Autorenseite