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Eine Familie aus dem Bodenseekreis wurde bei einem Unfall auf der A8 bei Pforzheim in diesem Range Rover schwer verletzt. Ein 16 Monate altes Kleinkind musste reanimiert werden – und starb im Krankenhaus © Ketterl
16.07.2015

Unfall an der Ausfahrt Pforzheim-Nord: Kleinkind stirbt in Klinik

Pforzheim. Schrecksekunde um 16.35 Uhr auf der A8 zwischen den Anschlussstellen Pforzheim-Nord und -West in Fahrtrichtung Karlsruhe: Ein 31-jähriger Range-Rover-Fahrer wechselte von der mittleren auf die linke Fahrspur. Dort prallte ein schnell heranfahrender Mercedes Benz AMG trotz Vollbremsung auf den Geländewagen, der durch die Wucht des Zusammenstoßes über die Autobahn flog, sich mehrmals überschlug und dann über die Leitplanke walzte und auf der Böschung liegen blieb. Ein 16 Monate altes Kind musste reanimiert werden, starb aber kurz darauf im Krankenhaus an den Unfallfolgen.

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Bei welchen Geschwindigkeiten der Unfall stattgefunden haben muss, zeigen folgende Daten: Der 28-jährige Mercedes-Fahrer dieses Fahrzeuges fuhr trotz Vollbremsung dem Range Rover hinten auf, wodurch dieser nach rechts über alle drei Fahrstreifen schleuderte, gegen die Leitplanke prallte und nach rund 160 Metern stehen blieb. Der Mercedes hinterließ bis zum Stillstand eine Bremsspur von über 300 Meter Länge.

Unklar ist noch, ob der Range-Rover-Fahrer für den Spurwechsel den Blinker betätigt hat. Die Polizei bittet Zeugen des Unfalls, sich beim Verkehrskommissariat Pforzheim unter Telefon (07231) 186-4100 zu melden, um den genauen Unfallablauf bewerten zu können. Zur eindeutigen Klärung der Unfallursache wird auf Weisung der Staatsanwaltschaft ein Gutachter hinzugezogen.

Während der Mercedes-Fahrer mit leichten Blessuren davonkam, wurden der 31-jährige Range-Rover-Fahrer und seine 25-jährige Frau aus dem Bodenseekreis schwerer verletzt. Ihr Kleinkind musste reanimiert werden. Letztlich aber erwiesen sich die Verletzungen als so schwer, dass das Kind im Krankenhaus verstarb. Um die Eltern für den Krankentransport möglichst schonend aus dem Auto zu bergen, musste die Feuerwehr unter anderem die Türen abtrennen. Wie die Polizei meldet, sollen alle Beteiligten angegurtet gewesen sein. Und, so heißt es in einer Pressemitteilung weiter, „das Kind befand sich im Kindersitz“.

Den Sachschaden schätzt die Polizei auf rund 80.000 Euro. Für die Rettung der Verletzten musste die Fahrbahn in Richtung Karlsruhe für einige Zeit komplett gesperrt werden. Bis weit in den Abend hinein staute sich der Verkehr hinter dem Unfallort auf teilweise bis zu 15 Kilometer Länge.

Im Einsatz befand sich die Berufsfeuerwehr und die Freiwillige Feuerwehr, Abteilung Brötzingen-Weststadt, mit vier Fahrzeugen und 19 Mann, das Deutsche Rote Kreuz mit zwei Notarzteinsatzfahrzeugen, dem organisatorischen Leiter des Rettungsdienstes und drei Rettungswagen, sowie die Polizei. Da sich der Einsatz über eine Stunde hinzog, wurden dienstfreie Kräfte der Berufsfeuerwehr für eventuelle Folgeeinsätze alarmiert.