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Rund 300 Flüchtlinge könnten in leeren Thales-Räumen in der Pforzheimer Oststadt eine Unterkunft finden. Foto: Seibel
Rund 300 Flüchtlinge könnten in leeren Thales-Räumen in der Pforzheimer Oststadt eine Unterkunft finden. Foto: Seibel © Seibel
28.08.2015

Unterkunft in Ex-Thales-Gebäude für 300 Asylsuchende geplant

Pforzheim. Die Stadt Pforzheim beabsichtigt, einen Teil der ehemaligen Gebäude der Firma Thales in der Pforzheimer Oststadt  vorübergehend –  nach aktuellen Planungen für maximal 12 Monate – zur Unterbringung von 300 Asylbewerbern anzumieten. In einer Bürgerinformationsveranstaltung am Montag, 28. September, um 19.30 Uhr in der Jahnhalle wird es weitere Informationen zum Thema Zuweisungszahlen und Unterbringungskonzept geben.

Hintergrund sind die stark steigenden Zuweisungen von Flüchtlingen. Im August waren es bereits 125 Menschen, die neu in Pforzheim untergebracht werden mussten –  die offizielle Prognosezahl lag demgegenüber zu diesem Zeitpunkt noch bei 61 Menschen pro Monat. Für die kommenden Monate bis Jahresende muss nach den aktuellen Informationen des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge sowie des Landes Baden-Württemberg mit über 800 weiteren Zuweisungen allein nach Pforzheim gerechnet werden. „Wir sind daher gezwungen, unser Konzept der dezentralen Unterbringung um größere Unterkünfte und Notfallunterkünfte zu ergänzen“, so Oberbürgermeister Gert Hager.

Dabei müssten auch geeignete Gewerbeimmobilien verstärkt in den Fokus rücken. Genau in diesen Bereich fällt das Thales-Areal: „Die Gespräche mit dem Vermieter sind nun so weit, dass wir kurz vor dem Abschluss eines Mietvertrags stehen“, berichtet Bürgermeisterin Monika Müller. „Etwa 300 Menschen können wir hier voraussichtlich unterbringen. Menschen mit guter Bleibeperspektive sollen dabei aber -  so weit wie möglich -  in den kleineren, dezentralen Unterkünften einen Platz erhalten“, so die Dezernentin weiter.

„Die von uns geprüften  Gebäude der Firma Thales bieten eine sehr gute Lösung im Sinne einer schnellen und menschenwürdigen Unterbringung von Asylsuchenden“, findet Oberbürgermeister Hager. „Sie stehen leer und können daher schnell zur Verfügung gestellt werden.“ Dem Vermieter der Immobilie, Prof. Dr. Werner Koch von der Firma Werner Koch Maschinentechnik GmbH, seien seine Bürgermeisterkollegin Monika Müller und er sehr dankbar für die konstruktive Zusammenarbeit. Auch Werner Koch selbst zeigt sich zufrieden. „Mir ist es wichtig, einen Beitrag dafür zu leisten, dass Menschen auf der Flucht vernünftig untergebracht werden.“

Zudem setzt die Stadt Pforzheim weiterhin auf zeitnahe und transparente Informationen. „Die angrenzenden Unternehmen sind selbstverständlich informiert, auch der Gemeinderat wird regelmäßig  auf dem Laufenden gehalten“, so Monika Müller. Um das Thales-Gebäude  – aber gerade auch das ergänzende Konzept angesichts der stark steigenden Zuweisungszahlen – soll es in einer zentralen Bürgerinformationsveranstaltung am Montag, 28. September 2015, um 19.30 Uhr in der Jahnhalle gehen. Bis dahin soll auch der Mietvertrag unterschrieben sein. Die Suche nach weiteren größeren und schnell verfügbaren Objekten im ganzen Stadtgebiet läuft parallel weiter, denn auch die nun anvisierten 300 Plätze werden nicht lange reichen.

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