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Der gemeinsame Schulbeirat hat gestern die angemieteten Klassenzimmer in der Goethestraße 19 und Zerrennerstraße 32 besichtigt. Dort herrscht derzeit noch Abitur-Stimmung.
Schule im G19
07.04.2008

Unterricht im Shopping-Center

PFORZHEIM. Weil mehr Fünftklässler im Herbst auf die Gymnasien in der Innenstadt kamen, als es Platz für sie gab, ging die Stadt einen ungewöhnlichen Weg und mietete zusätzliche Räume im Einkaufszentrum „G19“ an.

„Sind doch prima, die Räumlichkeiten“, meinte Bürgermeister Gert Hager beim Betreten eines der vier Klassenzimmer des Hilda-Gymnasiums. Zusammen mit dem gemeinsamen Schulbeirat machte er sich gestern ein Bild von den Räumlichkeiten. Seit Herbst 2007 findet in Teilen der Goethe-Galerie und nebenan in der Zerrennerstraße 32 hauptsächlich für Schüler der Oberstufe Unterricht statt. Der Mietvertrag für die fast durchgehend belegten Räume läuft für fünf Jahre.

Von dem Verkehr auf der Goethestraße bekommen die Schüler nichts mit – so lange die Fenster geschlossen bleiben. Können sie aber auch, denn die Räume wurden mit einer Teilklimatisierung ausgestattet, die das Lernen angenehmer macht. Ein Wehrmutstropfen ist dabei jedoch, dass es keine Jalousien gibt und sich die Räume bei Sonnenschein stark aufheizen. „Die Mathe-Kenntnisse können hier auch gleich umgesetzt werden“, scherzt Gerhard Biehmelt, Amtsleiter Gebäudemanagement, im Hinblick auf die Einkaufsmöglichkeiten im Haus. „Der Übergang ist aber eine Katastrophe“, spricht Hilda-Schulleiter Günter Scheu den ampelreichen Weg zu den zusätzlichen Zimmern an. Dieser bietet jede Menge Potenzial zum Zuspätkommen.

Sport beim Treppensteigen

„Wir haben damit kein Problem“, sagte Karl-Heinz Renner, Schulleiter des Theodor-Heuss-Gymnasiums. Seine Schüler sind überwiegend in Blöcken von drei Stunden in den Zusatzzimmern, wodurch ein öfterer Wechsel der Straßenseiten wegfällt. Allerdings liegen die Räume in der fünften und sechsten Etage – da ist Sport beim Treppensteigen dann gleich inklusive. Im Flur hängt an der Wand ein großer Bildschirm, der als schwarzes Brett dienen soll und den Schülern Neuigkeiten im Stundenplan zeitnah ankündigt.

Drei Räume nutzt auch das Hebel-Gymnasium im „G19“. Stadt und Schulbeirat sind vor allem froh, dass sich dort das Thema Rotlichtmilieu in der Nachbarschaft erledigt hat. „Dafür haben die Schüler dann jede Menge Verlockungen im Einkaufszentrum“, ergänzt Biehmelt.