nach oben
Die Beratungsstelle im Wendehammer der Obdachlosensiedlung startete im Jahr 2011 zunächst in einer kleineren Wohnung. Thomas Satinsky (Menschen in Not), Konrad Maier (Otto und Ursula Meixner-Stiftung), Jürgen Ransiek (damaliger Wichernhaus-Chef) und Sozialmtsleiter Rüdiger Staib (von links) hatten sich dafür eingesetzt. Foto: Archiv/Seibel
Die Beratungsstelle im Wendehammer der Obdachlosensiedlung startete im Jahr 2011 zunächst in einer kleineren Wohnung. Thomas Satinsky (Menschen in Not), Konrad Maier (Otto und Ursula Meixner-Stiftung), Jürgen Ransiek (damaliger Wichernhaus-Chef) und Sozialmtsleiter Rüdiger Staib (von links) hatten sich dafür eingesetzt. Foto: Archiv/Seibel
01.07.2019

Unverzichtbare Hilfe bei Wohnungsnot – die Beratungsstelle der Stadtmission im Eutinger Tal

Pforzheim. Seit acht Jahren existiert die Beratungsstelle des Wichernhauses in der Obdachlosensiedlung Eutinger Tal. Damals gab die „Pforzheimer Zeitung“ durch ihre Berichterstattung über eklatante Missstände den Anstoß – die PZ-Aktion „Menschen in Not“ und die Otto und Ursula Meixner Stiftung finanzierten Ausstattung und Personal.

Längst ist klar, dass die Personalstelle und der Treff dort unverzichtbar sind, um den 120 dort auf engem Raum miteinander lebenden Menschen mit ihren Sucht-, Krankheits- und Armutsproblemen zu helfen. Grundlage für die grundsätzliche Bezuschussung war ein Gemeinderatsbeschluss. Die Not wird immer größer: Das verdeutlicht der aktuelle Bericht des Jugend- und Sozialamts für 2018. Die Zahl der stadtweiten Räumungsklagen stieg gegenüber dem Vorjahr wieder an auf 237 Fälle (2017: 207 Fälle) Ebenso lag die Anzahl der anberaumten Räumungen bei 121 (2017: 115). Es gab in dem Zuge 90 Neueinweisungen in Notunterkünfte an mittlerweile zwölf Standorten im Stadtgebiet, wobei das Eutinger Tal die meisten Menschen mit ihren Konflikten verkraften muss. Dort befindet sich im Wendehammer mit einigen sanieren Häusern der Stadtbau auch der Beratungstreff. Die Stadt möchte ihn jetzt finanziell besser ausstatten und den Zuschuss, wie bei anderen Pflichtleistungen auch, dynamisieren. So sieht es eine Vorlage für den Ausschuss für Soziales und Beschäftigung am Donnerstag vor. Dann hätte der Treff denselben Status wie die Fachberatungsstelle im Wichernhaus. Bislang stufte die Stadt diese Unterstützung als freiwillige Leistung ein. Damit trägt die Stadt generell der Aufgabe der Fachberatungsstellen für Wohnungslose in den Stadt- und Landkreisen Rechnung: Sie leisten das zentrale ambulante Beratungsangebot bei drohendem oder eingetretenem Wohnungsverlust. Laut Sozialgesetzbuch XII besteht ein individueller Rechtsanspruch auf diese Hilfen. Die Stadtmission hat diese Aufgabe für die Stadt übernommen. Der Zuschuss für die Beratungsstelle in der Obdachloseneinrichtung Wichernhaus wurde in den vergangenen Jahren angepasst, war aber trotzdem für die Stadtmission ein Zuschussgeschäft mit 33.000 Euro im vergangenen Jahr.