nach oben
Freunde und Gegner im Ring zugunsten von Eddy Gutknecht: Uwe Hück (links) und Firat Arslan, hier in den Räumen der Lernstiftung. Foto: Meyer
Freunde und Gegner im Ring zugunsten von Eddy Gutknecht: Uwe Hück (links) und Firat Arslan, hier in den Räumen der Lernstiftung. Foto: Meyer
01.10.2017

Uwe Hück und Firat Arslan steigen zugunsten eines verletzten Boxers in den Ring

Pforzheim/Gifhorn. Bisher hat er sich für die gute Sache im Allgemeinen geschlagen – im wahrsten Sinne des Wortes und durchaus mit Schmerzen verbunden: Uwe Hück (55), Betriebsratsvorsitzender von Porsche, Vorsitzender und Thaibox-Trainer des FSV Buckenberg sowie Initiator und Namensgeber der in Pforzheim ansässigen Sport- und Lernstiftung. Seine Gegner hießen Luan Krasniqi oder Francoios Botha, und die Erlöse der Charity-Boxkämpfe kamen sowohl den Projekten seiner Freunde und Gegner im Ring zugute (Unicef oder ein Township-Projekt in Südafrika) beziehungsweise der Arbeit mit den Kids an der Maxi.

Am Freitag vergangener Woche schnürt Hück die Boxhandschuhe nicht in Ludwigsburg oder Kapstadt – sondern in der kleinen Heidestadt Gifhorn bei Wolfsburg. Dort, wo Eduard Gutknecht (35) lebt und vor seiner Karriere gearbeitet hat. Gutknecht war ein offiziell bei VW beschäftigter Klasseboxer. Seit einem Kampf im November vergangenen Jahres gegen George Groves mit einem schweren Kopftreffer ist Eddy ein Pflegefall. Das haben Hück und die anderen Sportler, die unter dem Motto „Fighting for hope“ in der Gifhorner Sporthalle in den Ring steigen, sowie die Prominenz nicht vergessen. Es ist ein Charity-Kampf nur für einen Mann und seine Familie. VW-Betriebsrats-Chef Bernd Osterloh ist da, Personalvorstand Karlheinz Blessing, Ex-Profiboxer Axel Schulz, Trainer-Legende Ulli Wegner (der auch vor dem ersten Charity-WM-Kampf von Hück gegen Luan Krasniqi letzte Hand an die Fertigkeiten Hücks gelegt hatte) oder Schauspieler Heinz Hoenig. Gennadi Golowkin ist gekommen, derzeit der beste Mittelgewichts-Boxer der Welt, einst Trainingskamerad und Freund von Gutknecht. Beide wurden in Kasachstan geboren, wuchsen dort auf. „Es bricht mir das Herz, wenn ich sehe, wie es ihm geht“, sagt Golowkin vor dem Kampf gegenüber der Zeitung „Die Welt“. Er wird an diesem Abend 25 000 Euro spenden – die Hälfte der Summe, die für Gutknechts zusammenkommt. Sechs Kämpfe sind ausgefochten – da kommt es zum siebten: Hück tritt gegen Firat Arslan (46) an, den amtierenden Europameister. Natürlich steht der Deutsch-Türke besser im Saft und boxt mit angezogener Handbremse. Doch es geht nicht um den Niederschlag – sondern das hoffentlich baldige Wiederaufstehen von Eddy Gutknecht. Wen interessiert es, dass der Ringrichter salomonisch ein Unentschieden verkündet? „Es gibt heute keine Verlierer“, sagt Hück. Nächstes Jahr will er wieder boxen – dann gegen Evander Holyfield, der gegen Mike Tyson einen Teil seines Ohrs verlor.