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Sparkassen-Chef Stefan Scholl (rechts) empfängt in der Kundenhalle Gastredner Uwe Hück. Foto: Seibel
Sparkassen-Chef Stefan Scholl (rechts) empfängt in der Kundenhalle Gastredner Uwe Hück. Foto: Seibel
01.10.2014

Uwe Hück und seine Lernstiftung: Die Pflicht, zu geben

Stifter und Stiftungen seien die Seele des Landes – davon ist Uwe Hück, Konzernbetriebsrat und stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender der Porsche AG, sicher. Er hat sich – auch im wahrsten Wortsinn – hochgeboxt und ist überzeugt, der Gesellschaft etwas zurückgeben zu müssen. Das fordert er auch von anderen ein, die es zu etwas gebracht haben – als Stifter. Und so ist es naheliegend, dass man ihn am bundesweiten Tag der Stiftungen in der Kundenhalle der Sparkasse Pforzheim Calw als Referenten zum Thema „Stiften bewegt Menschen“ eingeladen hat.

Praktisch, wenn der Chef der Sparkasse, Stefan Scholl, auch noch Mitglied im Kuratorium der Lernstiftung Hück ist, vor knapp einem Jahr gegründet und seit Kurzem mit einem Mietvertrag für das Stiftungsdomizil im ehemaligen und ruhmlosen Wal-Mart-Gebäude auf dem Haidach in der Tasche. Das Institut hat – zum Teil hervorgegangen aus der Zeit, in der die Stadt- und Kreissparkasse Pforzheim und die Calwer noch nicht fusioniert waren, fünf eigene Stiftungen: Jugendförderung, Umweltpreis, die Hermann-Hesse-Stiftung, die Förderung regionalen Kunstschaffens und schließlich die Treuhand-Stiftung „Mit Herz und Hand“, eine Dachstiftung für drei Dutzend kleinerer Stiftungen, darunter die von Uwe Hück, der in der Kombination aus Sport und Bildung den besten Weg zu Integration und Charakterbildung sieht.

Wer ihn als wertkonservativen Genossen bezeichnet, erntet mit Sicherheit keine Widerrede. Unternehmer – und da denkt er vor allem an den Mittelstand – müssten Gewinne machen. Wo nichts sei, könne man auch nichts an die Belegschaft verteilen. Um es zur Belegschaft zu schaffen, müssten die Potenziale der Jugendlichen genutzt und gefördert werden. „Das sind Diamanten – da muss man halt den Staub abpusten“, sagt der Vorsitzende des FSV Buckenberg.

„So dumm kann gar niemand sein, dass er eine Ausbildung nicht durchziehen kann“, trompetet er dem Auditorium zu. Und appelliert sowohl an die – gestern nicht vertretene – Jugend, Chancen zu nutzen, als auch an die Arbeitgeber, sie den Jugendlichen einzuräumen. „Eigentum verpflichtet – steht nicht ohne Grund im Grundgesetz“, sagt Hück.

Er selbst hat nicht nur den Geldbeutel aufgemacht und mit Macht um Unterstützung geworben – Hück trainierte seinen 50 Jahre alten Körper noch einmal für einen Charity-Boxkampf gegen den Ex-Profi Luan Krasniqi. Motto: Blaue Flecke für soziale Zwecke.