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Im Gelände: Axel Nonnenmacher (links) und sein Vater Kurt Nonnenmacher bewältigen eine Mammuttour. Nach dem Trip von Deutschland zum Start in Ungarn geht es – meist querfeldein – durch Slowenien, Italien, Frankreich, Spanien, Marokko, die West-Sahara, Mauretanien, den Senegal und Gambia. Privat
Unter Palmen: Kinder freuen sich über Süßigkeiten, die Axel Nonnenmacher bei einem Zwischenstopp verteilt.
23.02.2018

Vater und Sohn aus Eutingen meistern weltgrößte Amateur-Rallye

Pforzheim-Eutingen. Es sind beeindruckende Bilder, die eine spannende Geschichte erzählen von einer Reise, wie sie nur die Allerwenigsten erleben. Kurt Nonnenmacher (59) aus Eutingen führt in Pforzheims City eine Anwaltskanzlei, sein Sohn Axel Nonnenmacher (24) hat gerade die Ausbildung zum Piloten absolviert. Für fünf Wochen wurden Vater und Sohn zu Abenteurern. Gemeinsam meisterten sie die „Budapest-Bamako“, die größte Amateur-Rallye der Welt.

Fahrer aus Eutingen meistern Amateur Rallye

Nicht nur die Familie, auch viele Freunde und Bekannte fieberten via Internet mit – die Faszination, aber auch die Risiken und Gefahren eines solchen Mammuttrips stets vor Augen. „Wir sind dankbar, dass wir beide leben und gesund sind“, sagt Kurt Nonnenmacher im PZ-Gespräch.

Den Traum vom großen Abenteuer träumen viele. Die Nonnenmachers haben ihn wahr gemacht. Vor zwei Jahren hatten sie sich einen Landrover Defender zugelegt. „Den muss man fahren“, sagt Kurt Nonnenmacher lapidar. Vor einem Jahr machte es klick – die Anmeldung war fix. Nach umfangreichen Vorbereitungen machte sich das Duo im vergangenen Monat als „Team Baden“ auf gen Budapest, wo der Startschuss fiel für einen wochenlangen Husarenritt.

Bildergalerie: Kurt und Axel Nonnenmacher aus Eutingen meistern weltgrößte Amateur-Rallye

Quer durch Europa nach Spanien, dann das Übersetzen gen Marokko, ab in die afrikanische Wüstenei. „Man kommt in Situationen, mit denen man zuvor nicht gerechnet hat“, sagt Kurt Nonnenmacher. Sein Sohn ergänzt: „Man ist auf sich alleingestellt.“

Da sind die herzigen Momente, wenn Kamele über die Straße traben oder Äffchen über den Geländewagen huschen. Da sind die atemberaubenden Ausblicke, wenn im klirrend kalten Atlas-Gebirge die Sonne auf den Bergspitzen blitzt. Oder wenn in der Morgendämmerung Mauretaniens unberührte Unendlichkeit auftaucht: „Nur Wüste, nur Sand, keine einzige Spur“, beschreibt Kurt Nonnenmacher diese Erfahrung. Es gibt aber auch die Strapazen: Stunde um Stunde durch Flussläufe und riesige Schlaglöcher, über schmale Serpentinenpisten nah am Abgrund, entlang am Meeresufer bei rasant nahender Flut. Und zuweilen überwiegen die mulmigen Gefühle. Wenn die Technik streikt oder Grenzposten zunächst unpassierbar scheinen.

Den Atem stocken lässt schon beim Zuhören der Bericht über die fast 400 Kilometer lange Tour quer durch die Sahara, als sich der Tag dem Ende neigt, der Kontakt zu anderen Teams verloren und das Etappenziel noch in weiter Ferne ist. Immer im Kopf die Warnungen des Veranstalters, hier bloß nie nachts zu fahren, um nicht in die Fänge von Kidnappern zu geraten. „Du bist alleine, es wird dunkel, und du hast kaum noch Sprit“, sagt Axel Nonnenmacher, „aber es hilft nichts: Du musst diese 100 Kilometer noch fahren.“

Tour-Berichte gibt es auf der Facebook-Seite von „Team Baden –Budapest Bamako Rallye 2018“.

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