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Jäger des verborgenen Schatzes an der Baustelle der Westtangente: Rainer Single (rechts) und Ben van den Berg. Fotos: Ketterl
Jäger des verborgenen Schatzes an der Baustelle der Westtangente: Rainer Single (rechts) und Ben van den Berg. Fotos: Ketterl
Teil der Ausbeute über die vergangenen zwei Jahre: Calcit im gelblichen Lehm.
Teil der Ausbeute über die vergangenen zwei Jahre: Calcit im gelblichen Lehm.
Trochiten sind Stielglieder einer Seelilienart, die im Muschekalkmeer lebten.
Trochiten sind Stielglieder einer Seelilienart, die im Muschekalkmeer lebten.
Ein dunkler harter Hornstein mit Quarzkristallen.
Ein dunkler harter Hornstein mit Quarzkristallen.
Rainer Single mit einem Tripel – ideal zum Polieren von Edelsteinen.
Rainer Single mit einem Tripel – ideal zum Polieren von Edelsteinen.
Der „Pforzheimer Stinkquarz“, eingebettet in Ton- und Kalkgestein.
Der „Pforzheimer Stinkquarz“, eingebettet in Ton- und Kalkgestein.
Ein gelblicher Zellendolomit mit hellen Calcit-Adern.
Ein gelblicher Zellendolomit mit hellen Calcit-Adern.
Eine versteinerte Muschel im Kalkstein, etwa 230 Millionen Jahre alt.
Eine versteinerte Muschel im Kalkstein, etwa 230 Millionen Jahre alt.
11.07.2018

Verborgene Schätze an der Baustelle der Westtangente

Pforzheim. „Opi“, sagt die zehnjährige Luzia, „ich hab’ einen Chalzedon gefunden!“ Natürlich ist der Großvater stolz aufs Enkele, das wie der 76-Jährige ungefähr dort steht, wo in ein paar Jahren der Verkehr der im Bau befindlichen Westtangente unterm Arlinger hindurch in Richtung Enztal fließt.

Doch daran denken Rainer Single, sein 13 Jahre jüngerer Mineralien-Freund Ben van den Berg und das Enkelkind nicht, als sie – die geschulten Blicke auf dem von Baggern zerfurchtem Boden – über die Südseite der Großbaustelle stiefeln, den Geologenhammer bereit, um hinabzufahren, zu spalten und zu schauen. Für Hobby-Mineralogen wie Single und van den Berg ist es ein Dorado, das sich ihnen durchschnittlich alle zwei Wochen bot, wenn sie sich aufmachten, den aufgewühlten Boden auf der rund 230 Millionen Jahre alten Muschelkalkschicht zu untersuchen.

Wenn sie beispielsweise auf den „Pforzheimer Stinkquarz“ stießen, wie ihn Single in einer der vielen Vitrinen im Mineralienmuseum im Untergeschoss des Industriehauses ausgestellt hat und mittlerweile auch in der Firma Robert Schütt Witwe an der Goldschmiedeschulstraße zu sehen ist. Ein paar dieser Steine in eine Plastiktüte gepackt, mit dem Hammer zerbröselt und zerdrückt wie ein Schnitzel mit dem Plattiereisen, die Tüte geöffnet – „dann weiß man, warum der Stinkquarz so heißt“, sagt Single und verzieht das Gesicht. Noch ein Sahneschnittchen, das das Herz von Sammlern heute höher schlagen lässt. Und Edelsteinpolierern zwei Jahrhunderte lang (gerade in der Pforzheimer Traditionsindustrie): Tripel. Mehr lesen Sie am Donnerstag in der „Pforzheimer Zeitung“ oder im E-Paper auf PZ-news oder über die Apps auf iPhone/iPad und Android-Smartphones/Tablet-PCs.