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Hans-Jürgen Mantel (rechts) koordiniert die Sondierungen zu einem möglichen Blindgänger im Boden. Rot markiert sind die Punkte für Probebohrungen. Foto: Meyer
Hans-Jürgen Mantel (rechts) koordiniert die Sondierungen zu einem möglichen Blindgänger im Boden. Rot markiert sind die Punkte für Probebohrungen. Foto: Meyer
03.11.2017

Verdacht auf Blindgänger in Pforzheimer Steubenstraße

Pforzheim. Langsam dreht sich der Riesenbohrer ins Erdreich. Insgesamt rund 60-mal wird ihn der Baggerfahrer in den Boden treiben. So viele rote Kreuzchen weist das Baufeld an der Steubenstraße auf, mit denen das Sondierungsraster markiert wurde. Auslöser ist ein „nicht aufgeklärter Verdachtspunkt“, wie Hans-Jürgen Mantel von der Augsburger Firma Geomer im PZ-Gespräch erklärt. Das private Unternehmen ist spezialisiert auf die Bergung von Kampfmitteln.

Im Klartext: Es besteht der ernsthafte Verdacht, dass sich unweit der Benckiserstraße nahe der Uferböschung zur Enz der Blindgänger einer Fliegerbombe im Untergrund befindet. „50 : 50“ schätzt Mantel die Möglichkeit ein, fündig zu werden. Dann würde es kompliziert. „Das wird ein Kunststück, da zu graben“, sagt der Experte mit Blick auf die zahlreichen freigelegten Bestandsleitungen – Wasser, Heizung, Strom: „Wenn da drunter was liegt, ist das eine Herausforderung.“

Ruhig gehen die Spezialisten gemeinsam mit den Bauarbeitern an diesem Donnerstagnachmittag zu Werke. Ruhe können auch Anwohner bewahren. Noch ist nicht klar, ob der Boden potenziell Gefährliches birgt. Und selbst wenn, würde es sich bis auf Weiteres in sicherer Tiefe befinden.

Die Sondierungen sollen auch den gesamten Freitag über andauern. Insgesamt ergibt die Untersuchung des Erdreichs bis zu einer Tiefe von gut sechs Metern und in einem ebenso großen Radius am Ende ein dreidimensionales Bild. Wohl Anfang kommender Woche, so schätzen die Experten, wird Gewissheit herrschen, ob diese Baugrube eine wesentlich größere Aufmerksamkeit erregen wird als bislang.

Mehr lesen Sie am Freitag in der „Pforzheimer Zeitung“ oder im E-Paper auf PZ-news oder über die Apps auf iPhone/iPad und Android-Smartphones/Tablet-PCs.

Im Jahr 2014 hat schon einmal ein Blindgänger in Pforzheim für Aufsehen gesorgt. Damals herrschte Ausnahmezustand in der Goldstadt. Bei Arbeiten auf einem Grundstück zwischen Lamey- und Bichlerstraße wurde eine 500-Kilo-Bombe entdeckt und musste noch am selben Tag entschärft werden. Zum Artikel: *KLICK*

Opinion
03.11.2017
Verdacht auf Blindgänger in Pforzheimer Steubenstraße

Steubenstr 21 (früher Bock&Schupp) wurde in den 50er Jahren schon einmal eine Bombe gefunden, bedeutet grosse Wahrscheinlichkeit für Bombenfund. mehr...

rostiger ritter
03.11.2017
Verdacht auf Blindgänger in Pforzheimer Steubenstraße

Immerhin gibt es Hinweise auf mehr als einen Blindgänger in der Steubenstraße. mehr...

Einsteiner
05.11.2017
Verdacht auf Blindgänger in Pforzheimer Steubenstraße

Auf alle Fälle ist hier klar erkennbar, dass mit Krieg auch in Friedenszeiten Geld verdient wird. Zuerst mit der Herstellung von Waffen und Gerätschaften, sowie Munition und deren Verkauf speziell in Krisengebiete. Ist dort dann die Infrastruktur zerstört, laufen die Hilfslieferungen an, die natürlich auch wieder von der Zivilbevölkerungen bezahlt wird, egal ob über Spenden an Hilfsorganisationen, oder aus Steuermitteln. Also : Herstellung und Lieferung von destruktiven Mitteln, Hilfen zum ...... mehr...

Ekinger
06.11.2017
Verdacht auf Blindgänger in Pforzheimer Steubenstraße

In Stuttgart gibt es eine Stelle, die seit Jahrzehnten Luftbilder der Alliierten auswertet. Solche Luftbilder zeigen Punktgenau, wo in BW Bomben explodierten und wo sie lediglich einschlugen. Die Karte vom Stadtgebiet Pforzheim weist besonders viele Blindgänger im Bereich des Turnplatzes, des Enzufers zwischen Rossbrücke und Messplatz, sowie entlang der Bahnlinie zwischen Anshelmstraße und dem Brötzinger Bahnübergang auf. Bei allen größeren Baumaßnahmen in BW werden diese Unterlagen ...... mehr...