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24.01.2014

Vereine bereiten sich auf Aufnahme von Asylbewerbern in Dillweißenstein vor

Vereine und Einrichtungen bereiten sich darauf vor, dass bis zu 100 Flüchtlinge – überwiegend Familien aus Serbien, Mazedonien und dem Irak – noch in diesem Jahr in Dillweißenstein eine neue Bleibe finden könnten. Dietlinde Hess, Vorsitzende des Bürgervereins Dillweißenstein, hat sich am Donnerstagabend mit den Vorsitzenden der örtlichen Vereine getroffen, um sich über die neue Situation auszutauschen.

Es sei ein „sehr positives Gespräch“ gewesen, berichtet Hess. „Ich habe nicht eine negative Rückmeldung bekommen.“ Man habe ein vorläufiges Konzept besprochen. „Es geht dabei im Großen und Ganzen um Begleitung“, sagt sie. Vereine, Kirchen, Bildungs- und Jugendeinrichtungen sollen an einem Strang ziehen. „Die Grundstimmung ist: Wir halten zusammen. Das ist unsere Art hier in Dillweißenstein, mit Problemen umzugehen“, so Hess.

Obwohl seitens der Bevölkerung bereits Ängste im Raum stünden, habe sie die Hoffnung, dass „das alles einigermaßen vernünftig“ laufen werde. Darum soll es eine Arbeitsgruppe geben, die sich mit den Aufgaben der Eingliederung befassen wird. Die Planung müsse weit vorausgehen, um im Vorfeld alles geklärt zu haben. „Wir warten die Bürgerversammlung ab, danach müssen wir uns zusammensetzen“, sagt sie. „Dann werden wir erfahren, was wir können, müssen, dürfen – und was wir finanziert bekommen.“ Bisher sei nicht klar, woher die Mittel kommen sollen. Eines stehe jedoch fest: „Das können wir ehrenamtlich allein nicht stemmen.“

Axel Baumbusch, Leiter der Jugendarbeit Stadtteile des Stadtjugendrings und Stadtrat (Grüne Liste), sieht die Stadt in der Pflicht. „Die Voraussetzungen, dass Integration dort klappt, sind optimal“, sagt er und meint damit zahlreiche Einrichtungen in der unmittelbaren Umgebung, die sich an einem Programm beteiligen könnten, um den Neuankömmlingen bei der Eingliederung zu helfen.

Darunter der eigene Jugendraum, die Volkshochschule mit angegliedertem Hort, Grundschule, Diakonie die Abteilung Pro Jugend des Bürgervereins. „Die Jugendarbeit könnte Angebote ins Haus bringen oder Kindergärten Bastelaktionen anbieten“, sagt er. Und Baumbusch geht noch weiter: Deutsch- und Nachhilfekurse bei der Volkshochschule, Mitglieder des Ortsvereins, die mittags vorlesen, um den Kindern dabei zu helfen, die neue Sprache zu lernen, sechs Monate kostenfreies Training beim Sportverein schweben ihm vor.

Gute Chancen für Eingliederung

„Man könnte mit all diesen Akteuren ein perfektes Konzept zusammenstellen, aber dazu muss die Stadt ein paar Euro in die Hand nehmen“, ist er überzeugt. Die Zuwanderer müssten „im Stadtteil entzerrt, verteilt und überall angedockt werden“. Man müsse eine Willkommensstruktur schaffen, damit sich die Leute wohlfühlen, fordert Baumbusch. „Das kostet die Stadt ein Minimum dessen, als wenn wenn die Integration scheitert.“

Die Chancen, dass eine Eingliederung gelingen kann, stehen gut, ist der Leiter der Jugendarbeit Stadtteile überzeugt. „Dazu ist der politische Wille nötig, alle an einen Tisch zu bringen. Man muss handeln, bevor sich bei der Bevölkerung Ängste und Vorurteile festsetzen“, fordert Baumbusch.

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