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09.07.2009

Vereint gegen Jugendgewalt im Arlinger

PFORZHEIM. Nicht nur für viele Bürger im Stadtteil Arlinger war es ein Schock, als sie erfahren mussten, dass das traditionsreiche Kinder- und Blumenfest durch eine Schlägerei einen unrühmlichen Höhepunkt erfahren hat. Polizeisprecher Wolfgang Schick kann sich nicht an ein vergleichbares Ereignis auf dem Kinderfest erinnern. Am Mittwoch trafen sich nun Vertreter von diversen Einrichtungen, um das Geschehen rund um die gefährliche Körperverletzung aufzuarbeiten.

Einigkeit bestand schnell bei den Vertretern von Polizeidirektion, Amt für öffentliche Ordnung, Jugend- und Sozialamt, Stadtjugendring, AG Drogen und der Gartenstadtgemeinschaft Arlinger als Veranstalter des Festes, dass es durch abgestimmtes Vorgehen sämtlicher Beteiligter derartige Vorfälle für die Zukunft konsequent zu verhindern gilt. Die polizeilichen Ermittlungen hierzu werden vermutlich nächste Woche abgeschlossen, so dass den Tätern kurzfristig über die Schiene des Strafrechts Grenzen aufgezeigt werden können. Ergänzende Präventivmaßnahmen werden in Fallkonferenzen zwischen den beteiligten Institutionen abgestimmt und individuell den Tätern angepasst.

Damit sich künftig keine erneute Aggressionsspirale aufbaut, soll das Angebot für Jugendliche im Westen der Stadt erweitert werden. Die Stadt prüft hier kurzfristig räumliche Möglichkeiten für sinnvolle Freizeitangebote. Initiiert wird ein Projekt ähnlich „Pro West“, „Nössi“ oder „Nowum“, das sich die Ziele Wertevermittlung, Anti-Aggression, Sportangebote, Eindämmung von Alkohol-/Drogenkonsum sowie Vereinsintegration setzt.

Auch wenn sich derzeit nach Beobachtungen der Polizei die Lage am so genannten Skaterplatz an der Carl-Hölzle-Straße am Fuße des Arlingers entspannt hat, sollen durch diese Präventivmaßnahmen aufkommende Konfliktpotenziale frühzeitig abgebaut werden. Die prügelnden Jugendlichen mit Migrationshintergrund – die Mehrzahl stammt aus dem osteuropäischen, russischen Raum - sind nämlich zum Teil auch in mindestens einen Fall von Körperverletzung auf dem Skaterplatz verwickelt. Und: Sie sind der Polizei bekannt. Im Falle eines 15-Jährigen, der als Haupttäter gilt, kann sogar von einem Intensivtäter gesprochen werden.

Im engen Dialog mit der Gartenstadtgemeinschaft als Veranstalter der Arlinger Festes sowie der Polizei werden vom Amt für öffentliche Ordnung im Hinblick auf die nächste Festveranstaltung ordnungsrechtliche Maßnahmen entwickelt, um sicherzustellen, dass der ursprüngliche – friedliche - Charakter des Kinder- und Blumenfestes erhalten bleibt. Ähnlich wie beim Pforzheimer Jahrmarkt wird es voraussichtlich ein Alkohol-Mitbring-Verbot geben. Der angemessene Einsatz von Sicherheitsdiensten sowie erweiterte Jugendschutzstreifen von Polizei und Jugendamt sollen ebenfalls ein Sicherheitsplus darstellen. Der Festwirt arbeitet künftig mit einem Pfandsystem. Ordnungsamt und Polizei wollen vor dem nächsten Fest intensive Beratungsgespräche mit dem Veranstalter führen, um auf kritische Situationen gut vorbereitet zu sein.

Der nächste „Runde Tisch“ trifft sich noch im Juli, um die skizzierten Maßnahmen zügig angehen zu können.