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16.07.2009

Verendetes Krokodil treibt in der Nagold

PFORZHEIM. Äste, Plastiktüten und zuweilen sogar Fische schwimmen in und auf der Nagold. An einigen Stellen kann man alte Baustellenschilder, Campingstühle und Autoreifen im Wasser erkennen. Aber die Nagold bietet noch mehr. Jetzt schwimmen darin sogar Krokodile. Allerdings ist bislang erst eines am Montag gesichtet worden, und das wirkte nicht sehr lebendig.

Wie die Polizei erst jetzt mitteilte, hat ein 47-jähriges Mitglied des Pforzheimer Angelvereins am Montag gegen 21 Uhr beobachtet, wie etwas Langes, Weißliches auf der Nagold dahin trieb. Der Zeuge befand sich rund 200 Meter oberhalb des Dillweißensteiner Ludwigplatzes an der Nagold. Er wird wohl beim näheren Hinsehen mächtig ins Staunen gekommen sein, denn das Treibgut hat stark an ein Krokodil erinnert.

Das Tier soll etwa 60 Zentimeter lang gewesen sein. Da das Krokodil auf dem Rücken schwamm und seinen hellen Bauch zeigte, dürfte es wohl verendet sein. Als es der Zeuge sah und dann auch gleich mit seiner Handykamera fotografierte, befand sich das Tier im flachen Wasser. Bis zum Eintreffen der Polizei war das Krokodil bereits durch die Strömung abgetrieben worden. Wegen des Hochwassers kann es durchaus eine größere Strecke flussaufwärts in die Nagold gelangt sein.

Trotz intensiver Suche konnte das Tier nicht aufgefunden werden. Mit etwas Glück taucht es im gestauten Wasser beim Flusskraftwerk in Eutingen auf. Oder es ist irgendwo am Ufer zwischen Steinen und Wurzeln hängen geblieben. Oder - und das ist dann wenig beruhigend: Das Krokodil hat den Zeugen nur getäuscht und lebt weiterhin in der Nagold.

Dann müssten zum Beispiel Hundehalter im Bereich des Davoswegs verstärkt darauf achten, dass sie ihre Vierbeiner nicht unangeleint auf der Wiese herumtoben lassen. Denn von den wenigen Fischlein in der Nagold wird ein echtes Krokodil garantiert nicht satt.

Wenn es denn ein echtes ist. Isabell Koch, Biologin an der Stuttgarter Wilhelma, der die PZ die Fotos des gesichteten Krokodils vorlegte, hat Zweifel.  „Das kann alles sein – selbst ein Gummitier“, sagte sie. Es könne sich angesichts der Musterung um einen südamerikanischen Kaiman handeln. Sie schließt aber eben auch nicht aus, dass es ein Gummi-Krokodil war, das da in der Nagold trieb. 

Der Pforzheimer Krokodil-Entdecker schwört jedenfalls, dass er kein Gummispielzeug fotografiert habe. Er sei von Beruf Konstrukteur und gewohnt, genau hinzuschauen. Da der Angler das Tier aus hygienischen Gründen nicht ans Ufer ziehen wollte, bleibt alles rätselhaft.