760_0900_116656_Bahn_Regionalexpress_Stadtbahn1.jpg
Tatort Regionalzug? Auf der Toilette soll es zwischen Karlsruhe und Pforzheim zur Vergewaltigung gekommen sein. Doch es gibt Widersprüche.  Foto: PZ-Archiv 

Vergewaltigung auf Zugtoilette zwischen Pforzheim und Karlsruhe? Schwerer Vorwurf gegen 33-Jährigen

Pforzheim. Es sind schwere Vorwürfe, die am Dienstag gegen einen 33-Jährigen erhoben wurden. Der deutsche Staatsbürger soll am 27. September 2018 eine damals 16-Jährige und 17-Jährige vergewaltigt haben.

Zunächst habe er sich in einer Zugtoilette auf der Fahrt zwischen Karlsruhe und Pforzheim an der 16-Jährigen vergangen, später soll er die beiden Minderjährigen in seiner Wohnung in Pforzheim unter Androhung von Gewalt vergewaltigt haben. Allerdings entpuppten sich die Zeugenaussagen als widersprüchlich, und da eine der beiden Geschädigten nicht vor Gericht erschien, erschwerte dies die Wahrheitsfindung.

Der Angeklagte, der sich derzeit in einer psychiatrischen Anstalt befindet und in Kirgisistan aufwuchs, behauptete, dass der Geschlechtsverkehr von den Mädchen ausgegangen sei. Diese seien aus einer Einrichtung in Niefern „ausgebüchst“ und hätten ihn am Pforzheimer Bahnhof auf Zigaretten angesprochen. In Karlsruhe soll er Wodka und Bacardi gekauft haben, den die drei konsumierten. Auf der Rückfahrt seien die beiden Mädchen und der Angeklagte aufgrund eines Kontrolleurs auf die Toilette. Er sei äußerst aggressiv gewesen und habe deutlich ausgesprochen, dass er Geschlechtsverkehr wolle, so die 16-Jährige. Zwar stritt der 33-Jährige diesen nicht ab, doch sei es erst auf der Fahrt zwischen Pforzheim und Niefern geschehen und einvernehmlich gewesen. Vehement stritt der Angeklagte ab, dass die Mädchen in seiner Wohnung waren.

Zur Verwunderung von Oberstaatsanwalt Harald Lustig und dem Vorsitzenden Richter Oliver Weik widersprach die 16-Jährige ihrer polizeilichen Vernehmung teilweise deutlich. Zudem war aus Sicht der Verteidigung unverständlich, wieso die Mädchen nach der angeblichen Vergewaltigung weiter mit dem 33-Jährigen mitgingen. Auch berichtete ein Mitarbeiter des Jugendamtes, dass die 16-Jährige bereits mehrfach durch Vergewaltigungsvorwürfe aufgefallen und für ihr Alter frühreif sei.

Mehr über den Prozess lesen Sie am Mittwoch, 8. Juli in der „Pforzheimer Zeitung“ oder im E-Paper auf PZ-news.