Pforzheim
Verkaufsoffener Sonntag zieht Massen auf Wilferdinger Höhe

PFORZHEIM. Bei strahlendem Herbstwetter entwickelt sich der Verkaufsoffene Sonntag auf der Wilferdinger Höhe und im Industriegebiet Nord zum Publikumsmagneten. Den Auftakt des Events bildete bereits eineinhalb Stunden vor dem offiziellen Öffnen der Geschäfte der Ski-Basar in der ausgeräumten Autolackiererei der Schwabengarage an der Wilhelm-Becker-Straße.

{element}Dreirad, Go-Kart, Roller, erstes Fahrrad und so weiter für Enkel Miguel – „das ist meine Sache“, sagt Karola Schulze. Sie ist die Oma, und für Miguels neunten Geburtstag am kommenden Donnerstag könnten an diesem Verkaufsoffenen Sonntag bei BikeMaxx die Weichen gestellt werden. Denn die Oma hat den Jungen gefragt, was es sich wünsche. „Ein cooles Rad“, hat er gesagt.

[Video] Verkaufsoffener Sonntag lockt Tausende auf die Wilferdinger Höhe

Und so sind Karola Schulze und Miguels Stiefvater Oscar Garcia auf der Wilferdinger Höhe. Sie gehören zu den Zehntausenden von Menschen, die von der Autobahnabfahrt Pforzheim-West bis nördlich des Klinikums Siloah St. Trudpert das Gewerbegebiet bevölkern. Nicole Kälber, Vorsitzende der Interessengemeinschaft der Händler, ist begeistert. Nicht nur, weil das eigene Geschäft brummt („Intersport Profimarkt“), sondern auch allgemein.
„Mein Mann steht seit einer Stunde in der Schlange vor den Kassen“, sagt Monika Ruthardt aus Königsbach, „wir wussten ja, dass es voll wird, aber so . . .“

{element}Im vergangenen Jahr, es war scheußliches Wetter, da hätten sie vergleichsweise Däumchen gedreht, erinnern sich die Mannuss-Geschäftsführer Alexander und Daniel Koch. Doch an diesem Tag kommen sie im Fachgeschäft für richtiges Sitzen und Liegen kaum nach mit der Beratung, obwohl die Produkte, die sie anbieten, qualitativ und preislich das Gegenteil von Discounter-Ware sind. Schnäppchen sehen anders aus.

{element}Das gilt auch für das Traditions-Einrichtungshaus Schweizer. Innenarchitekt Manfred Frisch plaudert mit Stammkunden wie Oliver Kälber, der auf einem roten Ledersessel Platz genommen hat. Der Kunde hält Ausschau nach einem adäquaten Unterbau für einen Fernseher. Keine Frage: Er wird hier fündig werden. Wenn nicht heute, dann irgendwann. „Es geht ja an solchen Tage darum, Kontakte zu knüpfen“, sagt Frisch.

{element}Die Shopping-Tour kostet Kraft. Gut, dass überall für das leibliche Wohl gesorgt wird. Vor den Geschäften lockt das Glas Sekt oder Orangensaft, Willi Schmid aus Tiefenbronn füttert an der Karlsruher Straße seinen mobilen Ofen mit belegtem Flammkuchenteig. Wieder und wieder holt er knusprige Fladen heraus. Und im Außenbereich des Kaufland-Einkaufszentrums stärken sich Bastian Bischoff und Max Beiter beim Bockwurst-Stand für den anschließenden Gang zum Media-Markt.

Es geht tierisch ab

Im „Hundeleben“ geht es bisweilen tierisch ab, wie Geschäftsführerin Andrea Bossert zu berichten weiß: Bis zu zehn Hunde auf einmal seien im Laden gewesen. „Es ist schönes Wetter“, sagt Bossert, „da geht man auch mal sonntags in Richtung Fachmarktzentrum spazieren.“ Und deckt sich ein. Sei es mit Futter, Streu oder Leckerlis. Oder einem neuen Halsband und Leine, wie es Ute Greule und Roger Brümmer für Mischling „Juno“ erstehen.

Traditioneller Abschluss ist der Martinsumzug in Erinnerung an den Bischofskandidaten Martin von Tours im Jahr 371, der partout nicht Kirchenfürst werden wollte, aber, so die Legende, in seinem Versteck von schnatternden Gänsen verraten wurde.

Mehrere Hundert Kinder lassen sich den Umzug nicht entgehen. Zumal es zwar frisch, aber trocken ist – und in der heutigen Ausgabe keine Schlagzeile wie im vergangenen Jahr zu lesen ist: „Heiliger wird nass“.

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