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Die Baustellen, der Stau und der Ärger:  Mit ihrer Verkehrsanbindung sind die Menschen an Enz und  Nagold unzufrieden wie mit sonst nichts.
Die Baustellen, der Stau und der Ärger: Mit ihrer Verkehrsanbindung sind die Menschen an Enz und Nagold unzufrieden wie mit sonst nichts. © PZ-Archiv
Dass in Pforzheim zusehends weniger Fernzüge halten,  hat auch nicht zur Zufriedenheit beigetragen.
Dass in Pforzheim zusehends weniger Fernzüge halten, hat auch nicht zur Zufriedenheit beigetragen.
12.09.2008

Verkehr sorgt für größten Unmut

PFORZHEIM. Wo Licht ist, ist auch Schatten: So zufrieden die Bewohner des Großraums Pforzheim mit dem Leben im Nordschwarzwald sind, sie sehen doch Schwächen. Vor allem bei der Verkehrsanbindung und in der Arbeitswelt.

Liegt es an den Baustellen auf der A 8? Dem Warten auf die Westtangente? Dem Maut-Ausweichverkehr, der sich über die Bundes- und Landstraßen des Enzkreises quält? Dem langsamen Sterben der Fernzugverbindungen, die noch vom Pforzheimer Hauptbahnhof abgehen? Vermutlich ist es von allem ein bisschen und dann noch was dazu, das 30 Prozent der im Regionalmonitor Befragten den Verkehr als größte Schwäche des Nordschwarzwalds nennen lässt.

Nicht alle paar Minuten

Nicht zuletzt vielleicht der Umstand, dass im Großraum Pforzheim zwischen Bretten und Calw, zwischen Remchingen und Heimsheim, zwischen Enzklösterle und Mühlacker ländliche, dünn besiedelte Gebiete mit naturgemäß schwacher Infrastruktur auf eine 118 000-Einwohnerstadt treffen: In Igelsloch oder Siehdichfür fährt, anders als im 15 Kilometer entfernten Pforzheim, nicht alle paar Minuten der Linienbus. Und das registrieren die Leute natürlich. Daher erstaunt es nicht, wenn die mit dem Thema Verkehr Unzufriedenen zu einem überdurchschnittlich hohen Teil aus dem Raum Calw kommen. In Pforzheim dagegen fällt schon mal die Vielzahl der Baustellen ins Gewicht. Als weiteres größeres Manko der Region gilt der Arbeitsmarkt der Zukunft. Nur 46 Prozent der Befragten zeigten sich mit dem Angebot an zukunftsfähigen Jobs zufrieden oder gar sehr zufrieden, das ist in dieser Fragestellung der schwächste Wert. Auch die Ausbildungsplätze wie überhaupt der Arbeitsmarkt und die ganze wirtschaftliche Lage werden nicht zu den Stärken der Region gerechnet. Geografisch sind es insbesondere die Bewohner der Stadt Pforzheim selbst, die das so sehen. Der dritte große Bereich, der schlechte Noten erhält, ist das Themenfeld Kinderbetreuung und Familienfreundlichkeit. Auch dieser Sektor hat mit der Arbeitswelt insofern zu tun, als die Kinderbetreuung den Eltern und da vorwiegend den jungen Müttern die Rückkehr an den Arbeitsplatz erst ermöglicht. Im Einzelfall wird, ganz dazu passend, da schon auch mal das Fehlen von Arbeitsplätzen beklagt, die sich für Mütter eignen.

typische Zitate Befragteer zu den Schwächen der Region