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Matthias Lieb
Matthias Lieb
17.09.2015

Verkehrsclub warnt vor ausgedünnten Fahrplänen

Pforzheim. Müssen Nutzer des öffentlichen Personennahverkehrs künftig mit einem deutlich schlechteren Angebot leben? Und droht der Stadt ein finanzielles Fiasko? Der Verkehrsclub Deutschland (VCD) hält beides zumindest für möglich. Das geht aus einem Schreiben hervor, das der VCD-Vorsitzende Matthias Lieb an OB Gert Hager und die Fraktionschefs des Gemeinderats sandte. Diese werden sich heute in einem Workshop mit der Zukunft des Busverkehrs in Pforzheim befassen.

Wie berichtet, haben sich sowohl die Bahn-Tochter Regionalbusverkehr Südwestbus (RVS) als auch die PEBus GmbH, ein Zusammenschluss regionaler Unternehmen, darum beworben, den Busverkehr in der Stadt zu übernehmen. Laut VCD-Chef Lieb hat die Stadt ihr Einvernehmen zu einem eigenwirtschaftlichen Antrag erklärt, der „nur Minimalleistungen zusage. Diese würden eine Ausdünnung des heutigen Fahrplans von einem 15-Minuten-Takt auf einen 30-Minuten-Takt über viele Stunden des Tages bedeuten. Dabei sei aus Sicht der Fahrgäste das heutige Angebot durchaus verbesserungsbedürftig, heißt es im Schreiben des VCD. Sei vor 100 Jahren bei der Straßenbahn ein Sechs-Minuten-Takt angeboten worden, habe es vor gut zehn Jahren auch noch bei der Linie 1 einen Zehn-Minuten-Takt gegeben. Derzeit werde diese Linie nur noch im 15-Minuten-Takt bedient. Andere vergleichbare Städte in Baden-Württemberg böten in der Hauptverkehrszeiteinen Zehn-Minuten-Takt an, etwa Baden-Baden.

Betrachte man die Verkehrsbetriebe von Großstädten, so liege deren Kostendeckungsgrad bei etwa 70 bis 80 Prozent. Eine vollständige Kostendeckung durch Fahrgeldeinnahmen gelinge also nicht, da sonst das Angebot nicht mehr dem Bedarf genüge.

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