nach oben
30.11.2009

Verkehrsentwicklungsplan: Bei Straßen setzt OB auf Tempo

PFORZHEIM. Ein großer und ein kleiner Ringverkehr, Straßenrückbau an Zerrennerstraße und Schloßberg, die Westtangente, ein besseres Bus-Netz und mehr Radwege: Das sind die Zutaten des Verkehrsentwicklungsplans.

Stunden, Tage, die ganze restliche Woche gar könne er über den neuen Plan zur Verkehrsentwicklung reden, sagte Pforzheims Baubürgermeister Alexander Uhlig am Montag bei der Vorstellung des Werks. Dann beließ er es aber wie sein Amtskollege, der Erste Bürgermeister Roger Heidt, bei wenigen Sätzen.

„Auf der Zielgeraden“

„Wir sind auf der Zielgeraden“, sagte er, erinnerte daran, dass Pforzheim seit 1979 keinen gültigen Plan zur Verkehrsentwicklung mehr habe und dass auf den jetzigen alleine elf Projektgruppen-Sitzungen verwendet worden seien. Hinzu kamen viele Vorschläge von Bürgern. „Insgesamt 131, nur fünf konnten als nicht realisierbar nicht übernommen werden“, berichtete Oberbürgermeister Gert Hager, der ein großes Interesse für das Thema dokumentierte.

Weil davon die Stadtentwicklung, die Stadtplanung und die wirtschaftliche Perspektive der Stadt abhänge. „Ich empfehle dem Gemeinderat, in seiner Sitzung am 15. Dezember das Konzept zu verabschieden“, warb der OB. Es sei als Ganzes zu sehen, jeder einzelne Aspekt habe Auswirkungen auf alle anderen.

Und so befassen sich die Vorschläge, die das Aalener Ingenieurbüro Dr. Brenner zum vorgesehenen Verkehrsentwicklungsplan zusammengefasst hat, mit vier Themenfeldern: dem Autoverkehr, dem Öffentlichen Personennahverkehr, den Radwegen und mit den Fußgängern sowie deren Aufenthaltsqualität. Jeder dieser Bereiche habe Auswirkungen auf den anderen, verdeutlichte auch Ulrich Noßwitz. Er ist bei Brenner der Verantwortliche für den Pforzheimer Verkehrsentwicklungsplan, und er stellte die Schwerpunkte vor.

Weniger und leistungsfähigere Vorfahrtsstraßen, dazu ein Innenstadtring zwischen Güterstraße und Calwer Straße, ein kleiner Parkring um die innerste Innenstadt herum über die Zerrennerstraße und den Schloßberg, die beide zurückgebaut werden sollen, um ihren zertrennenden Charakter für Fußgänger zu verlieren – so sieht in groben Zügen das Konzept für Autos und Fußgänger aus. Mittelfristig – nämlich dann, wenn der Ringverkehr über die Güterstraße führen soll – wäre dazu ein Tunnel unter der Bahnlinie nötig, der die Güterstraße an die Untere Wilferdinger Straße anbindet.

„Können den Nachweis führen“

Ganz grob zwischen 35 und 45 Millionen Euro würde dies kosten, sagt Alexander Uhlig. Viel Geld, aber noch nichts im Vergleich zu den rund 180 Millionen Euro, die mal für einen Tunnel unter der Zerrennerstraße im Gespräch waren. Außerdem hingen Zuschüsse auch davon ab, ob es sich um eine wirtschaftliche Investition handele. „Mit dem Verkehrsentwicklungsplan können wir den Nachweis der Wirtschaftlichkeit führen“, sagte Uhlig.

Sein leitender Mitarbeiter Wolfgang Faber wies darauf hin, dass bei den genannten Baukosten der Ausbau der Güterstraße bis zur Nordstadtbrücke enthalten sei. Mehrspurig. Auf Bahngleisen, die heute nicht mehr benötigt würden, nicht auf dem Grund und Boden der Anlieger.

Bis die Güterstraße soweit ist, soll ein provisorischer Innenstadt-Ring über die Luisen- und die Lindenstraße führen. OB Gert Hager sagte, er lege Wert darauf, dass erste und für die Bürger sichtbare Maßnahmen rasch umgesetzt würden. Dazu zählt auch der erleichterte Übergang von Fußgängern über die Zerrennerstraße, noch bevor sie zum Stadtboulevard umgestaltet wird, unter dem sich künftig durchgängig Tiefgaragen-Zufahrten befinden sollen.

Eine Umgestaltung des Leopoldplatzes, der in leicht reduziertem Umfang ein Bus-Knotenpunkt bleiben wird, dürfte dagegen noch etwas dauern. Über diese Aspekte hinaus sollen die Buslinien wie auch das Radwegenetz leistungsfähiger und schneller gemacht werden.