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21.07.2008

Verkehrsleitbild der Stadt Pforzheim bereitet der Wirtschaft Kummer

PFORZHEIM. Die Industrie- und Handelskammer Nordschwarzwald fürchtet eine falsche Gewichtung in der Verkehrspolitik der Stadt Pforzheim. Grund ist das Verkehrsleitbild, das am heutigen Dienstag im Gemeinderat zur Abstimmung steht.

In einer zwölf Punkte umfassenden Zusammenfassung gehe es zu sehr um Radwege, Fußgängerbereiche und allgemeine Aussagen und zu wenig um das Problem, den Straßenverkehr für Autos sowie den öffentlichen Personennahverkehr zu verbessern, sagte IHK-Präsident Burkhard Thost. Zwar habe Baubürgermeister Alexander Uhlig mittlerweile in einem Gespräch bereits versichert, dass er dies ähnlich sehe, dennoch hat sich die IHK brieflich an die Gemeinderatsfraktionen gewandt.

Nicht überall links abbiegen

Man möge ihn nicht missverstehen, sagte Thost der PZ, er habe nichts gegen Radwege und auch nichts gegen Überlegungen zu einer Stadtbahn und einem großen Tunnel in der Stadt. „Aber ein Radweg kann in Pforzheim das Verkehrsproblem nicht lösen“, so Thost. Man dürfte sich auch nicht auf teure Lösungen stützen, die erstens kaum zeitnah zu realisieren wären und zweitens womöglich nicht mehr passten, wenn beispielsweise die Westtangente komme. Sinnvoller wäre es, die Verkehrsströme so zu lenken, dass mit dem vorhandenen Straßennetz der bestmögliche Verkehrsfluss erfolge. Alle Voraussetzungen für einen vierspurigen Ring um die Innenstadt seien vorhanden, so Thost. „Man muss nur den Mut haben, einen Vorrang zu definieren“, sagte der IHK-Präsident. Nicht überall müsse beispielsweise Linksabbiegen möglich sein.

Bei der FDP-Fraktion hat Thost schon mal Unterstützer gefunden. Als „unverbindlich und unausgewogen“ kritisieren die Liberalen das Verkehrsleitbild. FDP-Chef Hans-Ulrich Rülke vermisst zudem klare Vorgaben für Autofahrer, den Schwerlastverkehr sowie für Bus und Bahn. Auch zur Anbindung der Stadt an die Region fehle ein klares Bekenntnis. Er beantragt daher, dass die Stadt noch dieses Jahr konkrete Maßnahmen nebst Kosten benennt.

Baubürgermeister Uhlig verwies auf die Langfassung des Verkehrsleitbildes, das diese Forderungen bereits aufgegriffen habe. Es gebe also gar keine Diskrepanzen, so Uhlig.