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Sieht alle in der Pflicht: Winfried Hermann spricht im PZ-Forum. Foto: Roller
Sieht alle in der Pflicht: Winfried Hermann spricht im PZ-Forum. Foto: Roller
Ins Gespräch vertieft: Verkehrsminister Winfried Hermann (Mitte) mit Baubürgermeisterin Sibylle Schüssler und Umweltamtsleiter Markus Haller. Foto: Roller
Ins Gespräch vertieft: Verkehrsminister Winfried Hermann (Mitte) mit Baubürgermeisterin Sibylle Schüssler und Umweltamtsleiter Markus Haller. Foto: Roller
14.07.2017

Verkehrsminister Winfried Hermann im PZ-Forum: „Ein Umdenken ist nötig“

Pforzheim. Längst ist die Energiewende beschlossene Sache. Aber wenn der Übergang von nicht nachhaltiger fossiler Energie zu erneuerbaren grünen Technologien gelingen soll, dann darf der Verkehrssektor nicht ausgespart werden. Kaum einer weiß das so gut wie Winfried Hermann. Man befinde sich hier in einer Phase der Transformation, sagte der Verkehrsminister, als er am Mittwochabend im PZ-Forum zu Gast war. Im Rahmen der Pforzheimer Klimaschutzwoche referierte er über nachhaltige Verkehrspolitik.

Als größte Herausforderung identifizierte er den Klimawandel, der, sollte er nicht gestoppt werden, auch in Baden-Württemberg zu drastischen Veränderungen führen werde. „Dann sieht der Schwarzwald anders aus.“ Hermann ist sich sicher: „Der Klimawandel ist längst im Gange und alle, die das bestreiten, machen einen Riesenfehler.“ Gleichzeitig nimmt der Verkehr weltweit aber stark zu. Geschätzt eine Milliarde Autos sind auf der Erde mittlerweile unterwegs. Tendenz steigend. In Baden-Württemberg gehe rund ein Drittel der Treibhausgase auf den Verkehrssektor zurück, so der Minister: „Da sind wir global spitze.“ Eine seiner Forderungen daher: den Mobilitätssektor auf eine erneuerbare energetische Basis stellen. Man müsse sich um die Entwicklung sauberer Motoren bemühen. „Es kann nicht sein, dass wir einen Artenschutz für alte Diesel haben, aber keinen Gesundheitsschutz für Menschen“, sagte Hermann. Von Fahrverboten, wie noch vor wenigen Wochen, sprach er in Pforzheim aber nicht.

Der Minister sieht auch die Autoindustrie in der Pflicht: Man müsse sie drängen und zwingen, Verantwortung zu übernehmen. Aber nicht nur die Industrie sei gefragt, sondern auch jeder Einzelne. Ein Umdenken in der Bevölkerung sei notwendig. Er verwies auf die jüngere Generation, für die ein eigenes Auto oft nicht mehr so wichtig ist. „Das lässt hoffen.“ Hermann ist überzeugt: Der Umstieg auf elektrische Mobilität lasse sich auf zwei Arten realisieren: „by desaster“, also durch Abwarten, bis alles zu spät ist. Oder „by design“, also durch Gestalten.

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