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Reinhard Kappes (Dritter von links) vom ADFC und die Teilnehmer an der Pedelec-Einführung beim Verkehrssicherheitstag auf dem Messplatz. Foto: Seibel
Reinhard Kappes (Dritter von links) vom ADFC und die Teilnehmer an der Pedelec-Einführung beim Verkehrssicherheitstag auf dem Messplatz. Foto: Seibel
15.05.2019

Verkehrswacht und Kreisseniorenrat geben Pedelecs-Tipps

Pforzheim. Was ist besser, Heck- oder Mittelmotor? Ein fest verbauter oder herausnehmbarer Akku? Niedriger Einstieg oder sportliche Mittelstange? Ganz schön viele Fragen, die sich vor dem Kauf eines Pedelecs stellen, eines Fahrrads mit unterstützendem Elektroantrieb. Antworten darauf bekamen die Teilnehmer des Schnupperkurses am Verkehrssicherheitstag mit der Verkehrswacht auf dem Messplatz unter anderem von Reinhard Kappes, ausgebildeter Tourenleiter des ADFC-Fahrradverbands.

Klar ist, die Technik der Elektroräder hat in den vergangenen Jahren enorme Sprünge gemacht und eine entsprechende Vielfalt an Rädern unterschiedlichster Prägung hervorgebracht: Da gibt es Reiseräder und Mountainbikes, Cityräder und praktische Klappräder. Vor dem Kauf, so Kappes, müsse man erst selbst genau wissen, für welchen Einsatzzweck man das Rad benötige, „der Händler weiss das nicht.“

Der Tourenfahrer nimmt vielleicht eher ein höheres Gewicht in Kauf, das ein stärkerer Akku mit sich bringt, als der Stadtradler. Ein Mittelmotor fährt sich komfortabel und die Räder lassen sich bei einem Plattfuß leichter ausbauen, dafür ist die Gesamtkonstruktion aufwendiger und teurer. Ein Nabenmotor dagegen arbeitet leise und bietet eine gute Traktion, ist aber komplizierter bei Reparatur und Ausbau.

Eine, die sich bei der Veranstaltung informieren will, ist Roswitha Schönegg. Die 69-Jährige interessiert sich für ein Alltagsrad, das auf Fahrten im Stadtgebiet das Auto ersetzen soll. Genauso wie Rainer (70) und Brigitte Ludwig (69). Auch sie würden das Rad künftig gerne häufiger nehmen anstelle des Autos. Gemeinsam haben sie alle drei, dass sie in der Vergangenheit eher wenig Rad gefahren sind. Schuld daran sei nicht nur die Verkehrssituation in Pforzheim, die eher auf Autofahrer als auf Radfahrer ausgerichtet ist, sondern auch die Topographie. Auf Strecken zwischen Nord- und Südstadt etwa könne man ganz schön ins Schwitzen geraten. Da kann so ein Elektromotor für deutliche Erleichterung sorgen. Das erleben die Kursteilnehmer, als sie nach einer Einführung und einem Theorieteil selbst auf die motorisierten Zweiräder steigen und einige Runden auf dem Messplatz drehen dürfen.

Neue Zielgruppen

Dass das Pedelec Menschen auch nach längeren Pausen wieder auf zwei Räder bringt, bestätigt auch Wolfgang Haas vom ADFC-Kreisverband Pforzheim-Enz. Nachlassende Muskelkraft im Alter und die bergigen Bedingungen in der Goldstadt führten dazu, dass es „schon sehr anstrengend“ sein kann auf dem Rad. Hinzu komme, dass es in Pforzheim „deutlich weniger fahrradfreundlich“ zugehe als in anderen Städten, so Haas.

Von der Politik fordert er daher einen konsequenteren Bau von Radwegen in der Stadt. Seit Jahren sei auf diesem Gebiet nichts passiert. Ganz dringlich ist für ihn der Radwegeausbau auf der Westlichen zwischen Brötzingen und Leopoldplatz. Außerdem wünscht er sich, dass der Enztalradweg vom Schoßgatter und Waisenhausplatz auf die Südseite der Enz verlegt wird. Ganz generell, so Haas, müsse der bestehende Straßenraum neu verteilt werden, was auch bedeute, dass Autofahrer künftig zugunsten anderer Verkehrsteilnehmer zurückstecken müssten. Ohnehin gebe es derzeit schon mehr Autos, als die Pforzheimer Innenstadt vertrage.