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Die nächste Verkehrszählung in Pforzheim wird vor allem über Videokameras stattfinden, die ihre Erkenntnisse verschlüsselt weitergeben.
Die nächste Verkehrszählung in Pforzheim wird vor allem über Videokameras stattfinden, die ihre Erkenntnisse verschlüsselt weitergeben. © Symbolbild: dpa
22.03.2016

Verschlüsselte Videoaufnahmen für eine umfassende Verkehrszählung

Im April und Juni 2016 wird die Stadt Pforzheim umfangreiche Verkehrserhebungen zur Ermittlung der Verkehrssituation durchführen. Dazu zählen Abbiegerzählungen an verschiedenen Knotenpunkten des Straßennetzes sowie Querschnitts- und Wochenzählungen in der Kernstadt und in den Stadtteilen. Zusätzlich werden Kennzeichenerfassungen mittels verschlüsselter Video-Aufnahmen im fließenden Verkehr durchgeführt.

„Um die großen Verkehrsstaus zu vermeiden, wollen wir dieses Mal keine Befragung an den Straßen durchführen, bei denen der Verkehr von der Polizei angehalten werden muss“, sagt Rainer Effenberger vom Grünflächen- und Tiefbauamt. „Stattdessen werden die Kennzeichen erfasst und daraus der Quell-, Ziel- und Durchgangsverkehr ermittelt.“ Der Datenschutz wird dabei auf jeden Fall eingehalten. Den Abschluss bildet eine Haushaltsbefragung.

Im April sind an über 80 Knotenpunkten und an rund 20 Querschnitten Videoverkehrszählungen geplant. Dabei ist die Auflösung der Kameras so gering gewählt, dass keinerlei Personen- und auch Kennzeichenerkennungen möglich ist. „Vielleicht bemerken Sie im April an der einen oder anderen Stelle ein schwarzes oder rotes Kästchen an einem Ampelmast oder einer Straßenlaterne mit einem Teleskopgestänge“, meint Rainer Effenberger. „Zwei dieser Kameras hat die Stadt selbst gekauft, so dass wir zukünftig ständig Verkehrszählungen durchführen und bei Bedarf die Verkehrsmengen auch selbst erheben können.“

Ebenso werden nach den Osterferien insgesamt an rund 12 Prozent aller Haushalte Fragebögen verteilt. In den Fragebögen sollen die Befragten Auskunft darüber geben, wie oft und wohin sie am gewählten Stichtag gehen oder fahren und welche Verkehrsmittel sie dabei nutzen. So ist es auch von Interesse, ob am Stichtag gar kein Weg außer Haus unternommen worden ist. Die Befragung erfolgt anonym und hält alle Bestimmungen des Datenschutzes ein. Alle Haushalte, die einen Fragebogen erhalten, wurden nach Bezirken zufällig ausgewählt.

Dritter Erhebungsbestandteil ist die Kennzeichenerfassung, die im Juni durchgeführt wird. Sie dient einerseits der Ermittlung des durch die Stadt hindurchfahrenden Durchgangsverkehrs. Dazu werden an allen Ein- und Ausfallstraßen die Kennzeichen aller Fahrzeuge erfasst. Zur Wahrung der datenschutzrechtlichen Belange werden die Kennzeichen direkt in der Kamera verschlüsselt. Bei zusätzlichen manuellen Erfassungen wird die Codierung anschließend durchgeführt. Zudem werden die Ortskennungen genutzt, um die Herkunft und Ziele räumlich zuordnen zu können. Auf diese Weise liegen fundierte Daten und Angaben zum Aufkommen und zur räumlichen Verteilung des Verkehrs vor.

Die Verkehrserhebungen dienen als Planungsgrundlage für das Verkehrsmodell und die damit verknüpfte Verkehrssimulation. Dies bedeutet eine Aktualisierung des Verkehrsmodells der Stadt Pforzheim auf der Grundlage der vorgenannten Erhebungen. Die gewonnenen Daten werden in das Geoinformationssystem der Stadt Pforzheim eingespeist, sodass ein interaktiver Zugriff auf die Verkehrsdaten durch Mitarbeiter der Stadt für die tägliche Arbeit möglich ist.

Als Grundlage ist es deshalb sehr wichtig, umfangreiche Kenntnisse über das Verkehrsverhalten der Pforzheimer Bürgerinnen und Bürger zu sammeln. Daher bittet die Stadt Pforzheim seine Bürgerinnen und Bürger, sich möglichst zahlreich an den stattfindenden Befragungen zu beteiligen, um aussagekräftige Ergebnisse zu erhalten.