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Symbolbild: Adobe Stock 

Versuchte Gefangenenbefreiung, verletzte Polizisten und ein Täuschungsmanöver: 29-Jähriger gibt sich als von der Polizei gesuchter 33-Jähriger aus

Pforzheim. Ein aufgrund eines polnischen Haftbefehls gesuchter 33-Jähriger konnte am Mittwochnachmittag in der Wohnung seines Bekannten in der Pforzheimer Nordstadt festgenommen werden. Doch bis es soweit war, erlebten die Polizisten so einiges.

"Gegen 16:30 Uhr klingelten Beamte der Kriminalpolizei an der Wohnungstür, hinter der sie den Gesuchten vermuteten", heißt es in der Pressemitteilung der Polizei. "Nachdem die Tür geöffnet worden war, gaben sich die Beamten als Polizisten zu erkennen und erkundigten sich nach dem Gesuchten."

Da der Mann an der Tür vorgab, der Gesuchte zu sein, sollte er festgenommen werden. Gegen die folgende Festnahme setzte er sich so zur Wehr, dass die zwei Beamten leicht verletzt wurden. Zudem kamen zwei weitere Männer aus der Wohnung hinzu und versuchten ebenfalls, die Festnahme zu verhindern. Letztlich gelang es diesen auch, den Festgenommenen wieder zurück in die Wohnung zu ziehen und die Wohnungstür zu schließen.

Als kurz darauf mit weiteren Polizisten erneut an der Wohnungstür geklopft wurde, öffnete abermals der vermeintlich Gesuchte und erweckte den Anschein, als wolle er freiwillig mitkommen, da er bereits beim Öffnen der Tür seine Jacke angezogen hatte. Es kam in der Folge zu keinen weiteren Widerstandhandlungen.

Aufgrund der vorausgegangenen Geschehnisse betraten die Beamten dennoch die Wohnung, um nach den zwei weiteren Beteiligten zu suchen. Dabei verbarg sich einer der zwei Beteiligten hinter einer verschlossenen Tür. Letztlich stellte sich heraus, dass es sich bei diesem um den eigentlich per Haftbefehl gesuchten 33-jährigen Polen handelte. Er konnte schließlich widerstandslos festgenommen werden. 

Beim 29-jährigen Wohnungsinhaber, der sich zuvor fälschlicherweise als der Gesuchte ausgegeben hatte, fanden die Beamten in der Wohnung eine geringe Menge an unterschiedlichen Betäubungsmitteln. Den Wohnungsinhaber sowie dessen 27-jähriger Bruder erwartet nun ein Strafverfahren wegen Widerstands und Körperverletzung gegen Polizeivollzugsbeamte sowie wegen Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz.

Der 33-Jährige befindet sich zwischenzeitlich in Auslieferungshaft.