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Ein Jahr Gefängnis und die Unterbringung in einer psychiatrischen Einrichtung: Das war am Dienstag das Ergebnis einer Verhandlung vor dem Amtsgericht Pforzheim wegen versuchten Diebstahls in Tateinheit mit versuchter Körperverletzung gegen einen 27-jährigen Pforzheimer.
Ein Jahr Gefängnis und die Unterbringung in einer psychiatrischen Einrichtung: Das war am Dienstag das Ergebnis einer Verhandlung vor dem Amtsgericht Pforzheim wegen versuchten Diebstahls in Tateinheit mit versuchter Körperverletzung gegen einen 27-jährigen Pforzheimer. © Symbolbild PZ
08.11.2016

Versuchter Diebstahl und versuchte Körperverletzung: Junger Mann muss in Psychiatrie

Pforzheim. Ein Jahr Gefängnis und die Unterbringung in einer psychiatrischen Einrichtung: Das war am Dienstag das Ergebnis einer Verhandlung vor dem Amtsgericht Pforzheim wegen versuchten Diebstahls in Tateinheit mit versuchter Körperverletzung gegen einen 27-jährigen Pforzheimer.

Der hatte Ende August vergangenen Jahres in einem Baumarkt versucht, Waren im Wert von 844 Euro zu stehlen, indem er diese in einen Wagen lud, Richtung Ausgang fuhr und die Schranke von der anderen Seite mit der Hand öffnete, um mit dem Wagen abzuhauen. Dabei allerdings wurde er von der Kassiererin beobachtet und von ihr lautstark gebeten, stehen zu bleiben. Zwei Kunden schritten schließlich ein und hielten ihn fest. Einen von ihnen versuchte der Angeklagte noch mit der Faust zu schlagen, schließlich gingen alle drei ohne sich dabei zu verletzen zu Boden und der Dieb wurde friedlich ins Büro des Baumarktes gebracht.

Psychische Probleme

Wie sich in der Verhandlung, in der sich der Angeklagte kooperativ, reuig und geständig zeigte, herausstellte, habe er nicht in der Absicht zugeschlagen, sein Diebesgut zu sichern, sondern um eine Flucht noch möglich zu machen. Dies hatte, so Richter Oliver Weik, juristisch den Ausschlag gegeben, ihn nicht wegen räuberischen Diebstahls zu verurteilen.

Mit dem Erlös aus dem Weiterverkauf der gestohlenen Gegenstände habe er sich Drogen besorgen wollen, sagte der Werkzeugmechaniker, der erst vor wenigen Monaten eine Bewährungsstrafe erhalten hatte und dessen Auszug aus dem Bundeszentralregister vier Einträge unter anderem ebenfalls wegen Diebstahls und Körperverletzung aufweist. In der Verhandlung wurde zudem deutlich, dass der Mann nicht nur unter Drogensucht, sondern auch unter schwerwiegenden psychischen Problemen leidet. Diese waren bereits in Entzügen und Therapien behandelt worden, bisher aber erfolglos. Deshalb hatte der Sachverständige Ralph-Michael Schulte nach überaus gründlichen Nachfragen und Erklärungen ob der Bedeutung einer solchen, eine zunächst geschlossene Unterbringung in einer psychiatrischen Klinik empfohlen, die der Angeklagte schließlich annahm.

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