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Symbolbild: dpa
Symbolbild: dpa
02.02.2017

Vertraulich: Ärzte am Helios sichern Beweise nach Vergewaltigungen

Pforzheim. Wenn ein Mensch einen sexuellen Übergriff oder eine Vergewaltigung durchleiden musste, fällt meist nicht im Augenblick danach die Entscheidung, den Täter anzuzeigen. Aber nur nach einer Anzeige sichert die Polizei die Beweisspuren am Körper der Opfer, die schon nach kurzer Zeit nicht mehr zu finden sind. Wenn sich der betroffene erst später entschließt, gegen den Täter vorzugehen, sind die Beweise bereits verloren – bisher.

Denn die Zeiten, in denen Opfer sich zur Beweisaufnahme an die Polizei wenden mussten, sind vorbei. Seit Januar wird am Helios-Klinikum eine „vertrauliche Spurensicherung“ angeboten. Der Arbeitskreis Sexuelle Gewalt (Stadt, Enzkreis, Helios, Ärzteschaft Pforzheim-Enzkreis, Polizei und diverse Beratungsstellen) hat das für Betroffene kostenlose Angebot entworfen.

Frauen – aber auch betroffene Männer oder Kinder – können sich rund um die Uhr an die Notaufnahme des Klinikums wenden. In einem geschützten Raum werden sie von Medizinern untersucht, die Spuren von ihrer Kleidung und ihrem Körper sicherstellen und dokumentieren, was die Betroffenen erzählen. Die medizinische Versorgung möglicher Verletzungen spielt eine ebenso große Rolle wie die Vermittlung von Kontakten zu weiteren Anlaufstellen. Die Spuren werden zehn Jahre lang im Klinikum verwahrt, um als Beweismittel dienen zu können, sollte sich das Opfer irgendwann dafür entscheiden, Anzeige zu erstatten. Solange, stellt Dr. Friederike Senger klar, sind alle Informationen durch die ärztliche Schweigepflicht geschützt.

Infos auf www.soforthilfe-nach-vergewaltigung.de, die Notaufnahme ist telefonisch unter (07231)96942570 erreichbar.

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