nach oben
Gemeinsam zu Tisch: In der Werktagskirche der Stadtkirche hat am Sonntag die einen Monat dauernde Vesperkirche begonnen. Pfarrer Hans Gölz-Eisinger hatte den Auftaktgottesdienst unter den Leitgedanken des freudigen, von Herzen kommenden Gebens gestellt. Foto: Meyer
Gemeinsam zu Tisch: In der Werktagskirche der Stadtkirche hat am Sonntag die einen Monat dauernde Vesperkirche begonnen. Pfarrer Hans Gölz-Eisinger hatte den Auftaktgottesdienst unter den Leitgedanken des freudigen, von Herzen kommenden Gebens gestellt. Foto: Meyer
Hans Gölz-Eisinger, Elisabeth Schweizer und Rudolf Mehl (von rechts) präsentieren die prächtige Vesperkirchen-Kerze. Foto: Meyer
Hans Gölz-Eisinger, Elisabeth Schweizer und Rudolf Mehl (von rechts) präsentieren die prächtige Vesperkirchen-Kerze. Foto: Meyer
14.01.2018

Vesperkirche eröffnet: Rund 400 Ehrenamtliche im Einsatz

Pforzheim. An den Beginn des Gottesdiensts stellt Stadtkirchenpfarrer Hans Gölz-Eisinger die Worte des „Urwald-Doktors“, Philosophen, Organisten und Theologen Albert Schweitzer (1875 bis 1965): Man müsse etwas tun für die, die Hilfe bräuchten – was keine Not bringe, „aber die Freude, etwas tun zu dürfen“.

Die Maxime Schweitzers zieht sich wie ein roter Faden von der Begrüßung der Besucher des ökumenischen Gottesdiensts in der evangelischen Stadtkirche über die Predigt von Stadtkirchenpfarrer Gölz-Eisinger und die Fürbitten bis zur Eröffnung der Vesperkirche und dem Hineintragen der besonderen Kerze (gezogen in der Kerzenküche der Stadtkirche) in den Raum der Werktagskirche, in dem die Essensausgabe für die Bedürftigen erfolgt.

Prägende Zeit in Lambarene

„Einen fröhlichen Geber hat Gott lieb“, sagt Gölz-Eisinger unter Berufung auf Paulus, auf den er später noch Bezug nehmen wird. Unter den freudigen Gebern ist auch ein Gottesdienstbesucher, der Albert Schweitzer aus eigenem Erleben in jungen Jahren in dessen Urwald-Hospital in Lambarene (Gabun/Westafrika) Anfang der 1960er-Jahre kennen- und schätzen gelernt hat: Albert Esslinger-Kiefer, Verleger der „Pforzheimer Zeitung“. Der PZ-Verein „Menschen in Not“ unterstützt in diesem Jahr die Vesperkirche mit 20 000 Euro und die Suppenküche mit 5000 Euro.

Als Aufhänger zu seiner Predigt – in der es natürlich wieder um von Herzen kommende Freude am Geben geht – hat Gölz-Eisinger die Worte des Apostels Paulus im Korintherbrief gewählt: „Wer da kärglich sät, der wird auch kärglich ernten; und wer da sät im Segen, der wird auch ernten im Segen. Ein jeder, wie er sich’s im Herzen vorgenommen hat – nicht im Unwillen oder aus Zwang.“ Gölz-Eisinger schlägt den Bogen vom Neuen Testament zu Volkstümlichem – nur zufälligerweise assoziiert mit seinem, des Pfarrers Vornamen: das Märchen von „Hans im Glück“. Dem Bub, der nach Jahren redlichen Arbeitens nach Hause zur Mutter will, ausbezahlt wird mit einem wertvollen, aber beschwerenden Klumpen Gold – eine Gabe, die durch mehrmaligen Tausch immer weiter an Wert verliert, bis sich der Gegenwert des Gegebenen materiell in nichts auflöst.

„Was man sich hart erarbeitet hat, kann zur Last werden“, sagt der Pfarrer, der sich die Liturgie mit seinen Mitgeistlichen Andreas Schwarz (Evangelisch-Lutherische Gemeinde) und Markus Schütz (Pastoralreferent der katholischen Seelsorgeeinheit Pforzheim-Buckenberg) teilt. „Doch die Last gefährdet die Gesundheit, schränkt ein – kein Wunder, dass Hans glücklich ist, nach Hause, in sein Dorf gekommen zu sein.

Musikalisch wird der Gottesdienst gestaltet durch den Motettenchor unter Leitung von Landeskirchenmusikdirektor Kord Michaelis. An der Orgel sitzt Kirchenmusikdirektorin Heike Hastedt.

Die Vesperkirche wird bis zum Sonntag, 4. Februar, wochentags von 10.30 bis 15.15 Uhr geöffnet sein, sonntags von 11.15 bis 15.15 Uhr.