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Das Herzstück der Innenstadt-Ost: der Gebäuderiegel Östliche Karl-Friedrich-Straße 3 bis 11. Er soll kleinteiliger Wohn- und Geschäftshaus-Bebauung weichen. Foto: Seibel
Das Herzstück der Innenstadt-Ost: der Gebäuderiegel Östliche Karl-Friedrich-Straße 3 bis 11. Er soll kleinteiliger Wohn- und Geschäftshaus-Bebauung weichen. Foto: Seibel
20.02.2015

Viel Geld für die neue City ausgeben und Schulen sanieren – geht das?

Der Gemeinderat hat das Großprojekt Pforzheim-Mitte auf den Weg gebracht, dessen Kosten mit knapp 40 Millionen Euro kalkuliert werden. Gleichzeitig steht die Stadt vor dringend notwendigen Sanierungskosten für die städtischen Schulgebäude, die nach PZ-Informationen mit einem Betrag von 50 Millionen Euro plus x beziffert werden. bekannt. Baubürgermeister Alexander Uhlig hält beide Vorhaben für nötig und machbar.

Pforzheim. Man könnte den Zeitpunkt sogar passend finden, zu dem die Diskussion läuft: Just in den Wochen vor dem 70. Jahrestag der Zerstörung Pforzheims mit den anschließenden Jahren des Wiederaufbaus haben der Gemeinderat und die Rathausspitze teils leidenschaftlich über die grundlegende Umgestaltung der in die Jahre gekommenen Innenstadt gestritten. Das Projekt „Pforzheim-Mitte“ wurde beschlossen, die Debatte hält an.

Das Hauptargument der Befürworter – neben Oberbürgermeister Gert Hager, seinen Dezernenten und der Ratsmehrheit aus CDU, SPD und Grüner Liste: Man müsse jetzt, weil viele günstige Rahmenbedingungen wie niedrige Zinsen, noch vorhandene eigene Liquidität und großes Investoren-Interesse zusammenkommen, vor allem die östliche Hälfte der City grundlegend umgestalten, attraktiv machen, wieder Bewohner für die Innenstadt gewinnen. Gegner und Skeptiker aus FDP, Freien Wählern, AfD, UB, LBBH und Linken argumentieren neben manch planerischem Aspekt damit, dass die Stadt sich dies gar nicht leisten könne. Vor allem Freie-Wähler-Sprecher Michael Schwarz warnte vor einer Pleite – und nannte Zahlen: Insgesamt koste dieses Projekt die Stadt 30 bis 40 Millionen Euro.

Wie Recherchen der PZ ergaben, liegt für das Projekt Pforzheim-Mitte tatsächlich nicht-öffentlich eine überschlägige Kostenberechnung des Rathauses vor, die am Ende ein Gesamtvolumen im Rahmen der von Michael Schwarz publik gemachten Zahlen ausweist: In der Addition kommt das Rathaus darin auf rund 39 Millionen Euro. Pforzheims Baubürgermeister Alexander Uhlig mag sich dazu nicht äußern. Etwas auskunftsfreudiger ist der Baubürgermeister, was den Sanierungsbedarf bei den Schulen angeht. Zwar mag er nicht bestätigen, dass für diesen dem Gemeinderat nach PZ-Informationen bereits ein Kostenvolumen von kurz- und mittelfristig dringlichen Maßnahmen von 50 Millionen Euro plus x vorgelegt wurde, aber: „Ich kann Ihnen bestätigen, dass die Gebäudeuntersuchung dringenden Handlungsbedarf ergeben hat.“ In vielen Fällen könne dies aus dem Etat für den laufenden Gebäude-Unterhalt bestritten werden, aber eben nicht in allen. „Das Gebäudemanagement, die Feuerwehr und das Baurechtsamt haben eine Priorisierung erstellt.“ Neben dem allgemeinen Gebäudezustand spielt dabei auch der Brandschutz eine Rolle.

Dass als deren Ergebnis der größte Handlungsbedarf am Reuchlin-Gymnasium, der Johanna-Wittum- und der Konrad-Adenauer-Schule bestehen,bestätigt Uhlig nicht, stellt es aber auch nicht in Abrede. Der Baubürgermeister sieht keinen Konflikt zwischen den Groß-Investitionen in die Innenstadt und in die Schulen. „Beides ist notwendig, ich bin der Dezernent für beides.“ Was den finanziellen Druck etwas mildert, ist der Umstand, dass sich die geplanten Ausgaben für die Innenstadt nach PZ-Informationen auf die kommenden fünf bis sieben Jahre verteilen, die wirklich großen Investitionen für die Schulen erst in zwei Jahren beginnen sollen. Bis dahin, so ein auf eigenen Wunsch ungenannt bleibender Rathaus-Insider, könnten Investoren in der City der Stadt bereits die ersten großen Summen wieder refinanziert haben. Mehr lesen Sie am 21. Februar 2015 in der „Pforzheimer Zeitung“ oder im E-Paper auf PZ-news.

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