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01.10.2009

Viel Spaß und Sportgutscheine für Schulanfänger

PFORZHEIM. Kinder sind faul und fett, sitzen den ganzen Tag nur vor dem Fernseher und langweilen sich zu Tode. Ist das nur ein Vorurteil oder doch ein reales Problem? Wer sich am Donnerstagvormittag in Pforzheimer Sporthallen umgesehen hat, wird feststellen, dass es auch anders geht. Das Projekt "Sportgutscheine für Schulanfänger", von der Stadt Pforzheim und der Sparkasse ins Leben gerufen, macht Erstklässler mit den Angeboten der Pforzheimer Sportvereine vertraut.

34 Sportvereine mit über 100 ehrenamtlichen Übungsleitern haben die neuen Schüler von 19 Grundschulen mit dem Sport-Spaß-Faktor vertraut gemacht. Dazu gab es für jeden Schulanfänger einen 25-Euro-Zuschuss für den Eintritt in einen Sportverein. Ob diese Erstklässler dank der Sportgutscheine später Sportstars werden, kann im Moment niemand sagen. Großen Spaß aber haben sie allemal gehabt.

Das hat man am Donnerstagvormittag zum Beispiel in der Börthhalle des Turnvereins 1880 Brötzingen (TVB) deutlich gehört. Geht es nach dem Lärmpegel, dann haben die Schulanfänger großen Spaß gehabt. Knapp 130 Kinder durften sich hier an diversen Spielstationen austoben und haben dabei die Bewegungskoordination und den Gleichgewichtssinn trainiert. Doch Kinden können in Sportvereinen nicht nur ihren Bewegungsdrang ausleben und etwas für ihre Gesundheit tun.

TVB-Übungsleiterin Claudia Windbiel wertet den sozialen Aspekt der Vereinszugehörigkeit mindestens gleich hoch. Wenn Kinder mit anderen im Verein turnen und spielen, fördert das deren soziale Kompetenz und die Integration. Sport treibende Kinder, so Claudia Windbiel, hätten ein größeres Selbstbewusstsein, könnten besser mit anderen Kindern in diversen Gruppen umgehen.

Deshalb pflegt man beim Turnverein 1880 Brötzingen schon seit Jahren Kooperationen mit Schulen und Kindergärten. Übungsleiter gehen in den Kindergarten und organisieren Bewegungsspiele oder laden die Kleinen in die Börthhalle ein, um ihnen dort auf größerer Fläche kindgerechte Sportaktionen anzubieten. In gewisser Weise, so Claudia Windbiel, würden die Sportvereine einen großen Teil der Jugendarbeit machen, die auch die Stadt selbst für ihre jungen Bürger tun müsste.