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Bei der Integration der Iraker will der Bund der Stadt Pforzheim helfen.
Bei der Integration der Iraker will der Bund der Stadt Pforzheim helfen. © dpa-Archiv
15.06.2010

Viele Flüchtlinge: Bund hilft Pforzheim bei Iraker-Krise

PFORZHEIM/BERLIN. Die Bundesregierung will die Stadt bei der Integration irakischer Flüchtlinge durch ein Pilotprojekt unterstützen. Dabei könnten Fördergelder aus dem Europäischen Flüchtlingsfonds fließen. Das ist das Ergebnis eines Treffens von Oberbürgermeister Gert Hager (SPD, dem Bundestagsabgeordneten Gunther Krichbaum (CDU) und Katja Mast (SPD) am Montag im Bundesinnenministerium mit dem Parlamentarischen Staatssekretär Ole Schröder (CDU).

Seit einigen Jahren ziehen vermehrt irakische Flüchtlinge nach Pforzheim, inzwischen stellen Iraker die drittgrößte Ausländergruppe in der Stadt dar. Viele dieser Flüchtlinge sind Analphabeten oder verfügen über nur sehr geringe schulische Bildung. Dadurch ergeben sich für die Stadt große Probleme bei der Integration in die deutsche Gesellschaft.

Vor allem für die Schulen und Kindergärten im Stadtgebiet wird es schwierig, den starken Zustrom von irakischen Kindern aufzufangen. Bundestagsabgeordneter Gunther Krichbaum hatte dieses Gespräch vermittelt. Beide Abgeordnete hatten sich einer Initiative des Oberbürgermeisters angeschlossen, der in Berlin um Unterstützung für die Pforzheimer Integrationsmaßnahmen geworben hatte. „Wir konnten die Pforzheimer Problemlage ausführlich vorstellen und mit dem Staatssekretär und seinen Fachleuten intensiv erörtern“, berichtet Oberbürgermeister Hager von dem Gespräch. Dabei sei die Zusage erteilt worden, Pforzheim künftig bei der Integration der irakischen Flüchtlinge zu unterstützen.

Der Integrationsbedarf gehe deutlich über den reinen Spracherwerb hinaus, so Hager. Vielmehr müssten häufig zunächst grundlegende Regeln des Zusammenlebens in Deutschland erklärt werden. Zudem sei es wichtig, eine schnelle Arbeitsaufnahme zu ermöglichen.

Hager stellte das städtische Konzept am Dienstag im Finanzausschuss des Gemeinderats vor und unterrichtete die Stadträte von seiner Berlin-Reise. Mit Ausnahme der FDP sprachen sich alle Fraktionen dafür aus. FDP-Stadtrat Dieter Pflaum vermisste bei aller Unterstützung für die Iraker, dass sie auch in die Pflicht genommen werden, beispielsweise mit gemeinnütziger Arbeit. pm/kli

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