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25.03.2016

Viele Unklarheiten bei Prozess wegen räuberischer Erpressung

Pforzheim. Vertagt worden ist am Donnerstag die Verhandlung gegen den mehrfach vorbestraften 23-jährigen Fabian K. (Namen geändert) aus Neuenbürg. Er musste sich wegen Drohung gegen Leib und Leben sowie räuberischer Erpressung in sieben Fällen vor dem Amtsgericht verantworten. Ihm wird vorgeworfen, im Sommer 2014 seiner Ex-Freundin Valentina S. im Zusammenhang mit einer Geldforderung gedroht zu haben, ihrem Kind etwas anzutun.

Valentina S. habe in sieben Teilbeträgen insgesamt 810 Euro an den Angeklagten überwiesen, welcher keine Ansprüche auf die Zahlungen gehabt habe.

Fabian K. widersprach den Vorwürfen der Staatsanwaltschaft. Er habe Valentina S. Geld geliehen gehabt und sie nach der Trennung aufgefordert, ihm dieses wieder zurückzuzahlen, er habe also Anspruch auf das überwiesene Geld. Außerdem bestritt er, seine damalige Freundin erpresst zu haben.

Bei den Zeugenvernehmungen entstanden mehrere Unklarheiten. Eine Zeugin sagte aus, niemals selbst mit dem Angeklagten über ihr Handy in Kontakt gestanden zu haben. Dies war dem Polizeiprotokoll jedoch so zu entnehmen. Die Frau hatte Valentina S. damals bei der Anzeigeerstattung begleitet und laut Protokoll auch als Zeugin ausgesagt. Sie kann sich aber nur an ihre Funktion als Dolmetscherin erinnern. Auch das Polizeiprotokoll selbst stand im Prozess in der Kritik. Unter anderem fehlte eine Seite des Dokuments vor Gericht. Außerdem gab es unterschiedliche Angaben zu den Deutschkenntnissen von Valentina S., die selbst nicht vor Gericht erschien. Der Vorsitzende Richter Karl-Michael Walz entschied, erneut Zeugen vorzuladen, um die offenen Fragen zu klären. Die Hauptverhandlung wurde aus Termingründen ausgesetzt. vei