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Kyra Kaden hat Studenten beim Malen in den Atelier-Räumen im vierten Stock im Bild festgehalten.
Kyra Kaden hat Studenten beim Malen in den Atelier-Räumen im vierten Stock im Bild festgehalten.
15.07.2015

Viele talentierte Studenten zeigen ihre Bilder

Da ist selbst Kunst-Professor Erich Reiling manchmal erstaunt, was schon Erstsemester künstlerisch alles zuwege bringen. Und so nimmt es auch nicht wunder, wenn bereits einige der im Treppenhaus und im obersten Stockwerk der Hochschule präsentierten Bilder einen Käufer gefunden oder das Interesse von Galeristen geweckt haben. Dabei fängt alles ganz einfach an: Reiling lässt die jungen Frauen und Männer ihr Thema selbst suchen. Mal sind es Porträts oder Menschen, mal Autos und Maschinen, mal völlig Abstraktes.

Die einzige Vorgabe: Möglichst groß soll die Leinwand sein, „denn es ist eine Herausforderung, eine große Fläche zu füllen“, sagt Reiling. Meistens kämen die Studenten mit einer Bildidee im Kopf – „und dann entwickelt sich das im Laufe des Semesters“, schildert der Professor für Malerei. Es geht ihm darum, den Studenten aufzuzeigen, welche Möglichkeiten in dem einzelnen Bild stecken. „Und wenn dann am Ende ein Gemälde herauskommt, mit dem die Studenten gar nicht gerechnet haben, wenn sie staunend vor der eigenen Arbeit stehen, dann hat der Unterricht etwas gebracht.“

Viele starke Farben

Und so ist beim genauen Betrachten der Gemälde immer mal wieder zu sehen, dass die Leinwand mehrfach übermalt wurde, wo korrigierend und verbessernd eingegriffen wurde. Beispielsweise bei dem großformatigen Gemälde von Clarissa Kuntzer.

Das erscheint auf den ersten Blick abstrakt, aber dann lassen sich zwei Pferdekörper ausmachen, umfangen von tiefblauer, satter Farbe. Überhaupt ist in dieser Werkschau viel Figuratives, Starkfarbiges zu sehen. Etwa die sehenswerte „Malgruppe“, die Kyra Kaden festgehalten hat. Oder das mysteriöse Frauenbild von Yana Duga, das vor allem durch seine malerische Qualität überzeugt. Kraftvoll sind die drei großen Köpfe von Christian Burkhardt, in allen Schattierungen von Weiß bis Schwarz gefallen die abstrakten Landschaften von Ronja Lindinger. Die Fotografieklasse von Silke Helmerdig zeigt im vierten Stock Arbeiten zum Thema „Magie des Lichts“. Insgesamt 62 Fotos sind zu sehen – jeder Student musste sich auf eine Aufnahme konzentrieren. Von sanftem Licht auf nackter Haut, über die Langzeitbelichtung fahrender Autos bis hin zum Sonnenuntergang reicht die Palette. Aktzeichnen steht bei den Studenten alle zwei Wochen auf dem Stundenplan. „Ein beliebtes Fach“, weiß Reiling. Und so gibt es eine Vielfalt von gezeichneten Köperpositionen zu sehen – mal mit zartem Strick, mal mit deutlicher Linie.