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Entgeistert reagieren Nutzer, aber auch Besitzer des Helios-Parkplatzes an der Klingstraße ob solcher einfach dort abgestellter, verrottender Karossen. 

Vielerorts spuken Geisterautos - Wracks auf Parkplätzen sorgen für Ärger und bereiten viel Arbeit

Pforzheim. Sie sind meist alt, ohne Nummernschild, und eine dicke Staubschicht zeugt davon, dass sie nicht erst seit gestern dort stehen: Auf dem Parkplatz des Helios-Klinikums an der Klingstraße stehen derzeit fünf abgemeldete Autos sowie ein Wohnwagenanhänger. „Aus den Augen aus dem Sinn“, scheint das Motto der Halter zu sein, die sich wohl auf bequeme Weise ihrer alten Fahrzeuge entledigen wollten.

Doch nicht nur hier, im gesamten Stadtgebiet gibt es diese „Geisterautos“, die illegal am Fahrbahnrand oder auf Parkplätzen abgestellt wurden. Das ist nicht nur ärgerlich, sondern kann auch teuer werden.

Verräterische Details

Denn auch wenn das Autokennzeichen fehlt, hat das Ordnungsamt Möglichkeiten, die Halter zu ermitteln. Über die Umweltplakette zum Beispiel oder anhand der Fahrgestellnummer. „Im vergangenen Jahr musste sich die Stadt Pforzheim um 318 Fahrzeuge ohne Zulassung kümmern, die auf öffentlicher Fläche abgestellt wurden“, erklärt der städtische Pressesprecher Philip Mukherjee auf PZ-Nachfrage. Einzelne Orte, an denen auffällig viele „Geisterautos“ stehen, gibt es laut Mukherjee nicht. Allerdings würden auf Parkplätzen am Stadtrand häufiger Autowracks von städtischen Mitarbeitern gesichtet. Immer wieder gebe es auch Hinweise von Anwohnern – besonders dann, wenn Parkplätze knapp würden.

Doch nicht in jedem Fall ist die Stadt zuständig: Stehen die Autos auf Privatgelände, ist der Eigentümer gefordert, das Problem aus der Welt zu schaffen. „Das ist ein Riesenthema, das schwierig zu lösen ist, denn die Möglichkeiten sind sehr eingeschränkt“, kommentiert Silke Bentner, Pressesprecherin des Helios-Klinikums, die Situation. Das Klinikum habe die Fahrzeughalter, die sie mit Hilfe der Stadtverwaltung ermitteln konnte, bereits schriftlich aufgefordert, die Autos innerhalb einer bestimmten Frist vom Parkplatz zu entfernen. Geschehe das nicht, würden sie abgeschleppt und verschrottet – auf Kosten der Halter.

Die Kosten läppern sich

Für die Klinik sind die abgestellten Rostlauben ein neues Phänomen. Im Herbst sei das erste Auto auf dem Parkplatz entdeckt worden. Zunächst sei man davon ausgegangen, dass es bald wieder entfernt werden würde, berichtet Bentner. Kosten für das Helios-Klinikum seien bislang noch keine angefallen.

„Sondernutzung“, heißt das Abstellen von nicht zugelassenen Fahrzeugen im öffentlichen Raum laut dem Straßengesetz für Baden-Württemberg.

Liegt für eine Sondernutzung keine Erlaubnis vor, kann es teuer werden. „Das Bußgeld wird in Abhängigkeit von der Standdauer verhängt und beginnt ab etwa 60 Euro“, sagt Mukherjee und stellt heraus, dass die jeweiligen Halter zunächst schriftlich zum Entfernen aufgefordert werden. Die gesamten anfallenden Kosten muss der Eigentümer tragen: Zu 80 Euro Verwaltungsgebühren kommen rund 70 Euro für den Gutachter sowie etwa 150 Euro für das Abschleppen. Ebenfalls wichtig, zu wissen: Die Stadt erhebt für jeden Tag, an dem das Auto illegal auf öffentlicher Fläche steht, eine Gebühr von 7,50 Euro. Bei erheblichem Ölverlust oder sonstigen Gefahren erfolgt das sofortige Abschleppen. „Dass der Halter nicht ermittelt werden konnte, kam zum Glück nur in Einzelfällen vor. Die Autos wurden dann verschrottet“, sagt Mukherjee. Dennoch: In diesen Fällen blieb die Stadt auf den Kosten sitzen.

Wem illegal abgestellte Fahrzeuge auffallen, kann diese direkt beim städtischen Gemeindevollzugsdienst melden. Das geht per E-Mail an zentrale.vued@pforzheim.de