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Ausgelost: Die vier Kandidaten bekommen jeweils einen Ort für eine kurze Vorstellung zugeteilt. Das Bild zeigt Gert Hager, Klaus-Peter Möller (Schwarzwaldverein), Dietlinde Hess, Peter Boch, Dimitrij Walter und Andreas Kubisch (von links). Foto: Läuter
Ausgelost: Die vier Kandidaten bekommen jeweils einen Ort für eine kurze Vorstellung zugeteilt. Das Bild zeigt Gert Hager, Klaus-Peter Möller (Schwarzwaldverein), Dietlinde Hess, Peter Boch, Dimitrij Walter und Andreas Kubisch (von links). Foto: Läuter
01.05.2017

Vier OB-Kandidaten wandern rund um Dillweißenstein

Pforzheim. Bei einer entspannten Wanderung kann man sich prima unterhalten. Darüber etwa, wie herrlich das Wetter ist, wie schön die heimatliche Umgebung, oder auch, wen man zum Oberbürgermeister wählen sollte. So geschehen am Sonntag, als der Bürgerverein Dillweißenstein eingeladen hatte auf den Drei-Burgen-Weg.

Da es in Dillweißenstein keine Vorstellungsrunde gegeben habe, sei man auf die Idee gekommen, eine gemeinsame Wanderung zu machen, erläuterte die Vorsitzende des Vereins, Dietlinde Hess. Für die historischen Informationen entlang des Weges sorgte derweil Klaus-Peter Möller vom Schwarzwaldverein Dillweißenstein.

Rund 40 Interessierte waren gekommen, um mit Amtsinhaber Gert Hager und den drei Mitbewerbern Peter Boch, Andreas Kubisch und Dimitrij Walter auf Wanderschaft zu gehen. An der Nagoldhalle losten die Kandidaten die Redeplätze auf der Strecke aus, an denen jeder fünf bis zehn Minuten erhielt, um sich vorzustellen. Kubisch, der den ersten Stopp an der Burg Kräheneck gezogen hatte, nutzte zunächst die Gelegenheit, um ein wenig aus seinem Privatleben zu erzählen.

Kubisch: Nicht nur zusehen

Was nun die Stadt angehe, da könne er nicht einfach nur zusehen sondern müsse etwas machen, sagte er, während Hager neben ihm stehend konzentriert zuhörte. Er habe bereits konkrete Lösungen und Konzepte, auch Investoren seien bereits vorhanden, wenngleich diese teils die 80 bereits überschritten hätten. Die Probleme der Stadt wollte er derweil nicht wieder aufrollen, das, so Kubisch, fände er dann dem Wetter irgendwie nicht angemessen.

Kandidat Nummer zwei, der derzeitige OB Hager, wurde an der Jugendherberge Rabeneck konkreter. In den vergangenen acht Jahren seien 10 000 Arbeitsplätze in der Stadt entstanden. Die Quote der Schulabbrecher sei von elf auf fünf Prozent gesenkt worden und die Westtangente nehme endlich konkrete Formen an. Mit Nachdruck betonte er am Ende seiner Rede, wie wichtig ihm seine Heimatstadt und deren Entwicklung seien.

Am Inhalt darf gefeilt werden

Stets mit mit einem der Mitwanderer im Gespräch gingen die Kandidaten in entspanntem Tempo weiter Richtung Papierfabrik, wo Dimitrij Walter schließlich seinen Auftritt hatte. Hier wurde deutlich: Walter hat Unterhaltungstalent, am Inhaltlichen aber dürfte noch kräftig gefeilt werden. „Vielleicht kann ich noch weniger als Sie, aber vielleicht bin gerade ich der Richtige, um die Dinge beim Namen zu nennen“, so einer seiner Sätze bei denen nicht ganz klar wurde, ob er Richtung Hager oder Richtung Publikum abzielte. Immerhin stellte er fest, sei Hager ja nicht an allem Schuld. Der stand wieder wenige Plätze von seinem Kontrahenten entfernt und lauschte dessen Worte aufmerksam, schüttelte hie und da den Kopf, während Walter von einem Thema zum nächsten sprang und sich der ein oder andere Satz dabei unvollendet im Rhetoriknirwana verlor. Er hoffe, dass man sich in acht Jahren wieder in diesem schönen Örtchen treffe, schloss er.

Bergauf ging es schließlich zur letzten Station der Burgruine Hoheneck, vor der sich irgendwie die illustre Wandergessellschaft aus den Augen verlor. Während ein Teil sich auf einem Plateau im Wald um Kandidat Peter Boch versammelte, war eine andere Gruppe an der Gaststätte zusammen gekommen, weil man die anderen nicht mehr gesehen habe, so Walter, der sich im Anschluss bei Boch für sein Fehlen entschuldigte.

Auch Boch nutzte die Gelegenheit, um ein wenig über sein Privatleben zu erzählen, vor allem aber darüber, wie leidenschaftlich gerne er seinen Beruf ausübe. Er wolle mit Menschen etwas bewegen und gestalten und habe während des Wahlkampfes bereits eine große Leidenschaft für die Stadt entwickelt. Geht nicht, gebe es bei ihm nicht, es gebe immer eine Lösung.