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22.03.2016

Visionen in Sachen Kunststoff: Hochschule Pforzheim stellt Forschungsprojekte vor

Pforzheim. Kunststoffbauteile spielen in der weiterverarbeitenden Industrie eine große Rolle. In die leichten Bauteile werden vermehrt elektronische Komponenten zur Bedienung von digitalen Medien integriert. Eine zentrale Voraussetzung für den Einsatz der Kunststoffbauteile beispielsweise in der Fahrzeugindustrie sind perfekte Oberflächen.

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Industrie trifft Hochschule“ (ITH), stellten Wissenschaftler der Hochschule Pforzheim um Professor Gerhard Frey zusammen mit dem Unternehmen Varioplast Konrad Däbritz GmbH gemeinsame Forschungsprojekte zur Verbesserung dieser Oberflächen vor. Der Einladung zum Fachgespräch waren 90 Vertreter von Unternehmen der Region an die Hochschule gefolgt. Kunststoffbauteile werden im Spritzgussverfahren erstellt. Der erwärmte flüssige Kunststoff wird hierbei in Formen gedrückt, die zum Teil sehr komplexe Geometrien aufweisen. Beim Einfließen in diese Formen kühlt sich die Kunststoffmasse ab. Dieser Abkühlungsprozess führt, sofern er nicht steuerbar ist, zu Problemen. Der erstarrende Kunststoff kann die Form nicht überall ausfüllen oder bildet beim Umfließen komplexer Formen Bindenähte.

„Wir müssen den Abkühlungsprozess steuern, ohne den gesamten Produktionsprozess zu ändern“, so die Forderung von Frey. Der Professor ist stellvertretender Leiter des Instituts für Werkstoffe und Werkstoffkunde an der Hochschule Pforzheim und arbeitet zusammen mit der Ingenieurin Regina Weiland und Studierenden sowie dem Ötisheimer Unternehmen Varioplast Konrad Däbritz an diesem Thema. Ziel des Teams ist eine punktgenaue lenkbare Temperatur in den verwendeten Werkzeugen des Spritzgussverfahrens. „Zur gleichmäßigen, schnellen Erwärmung haben wir verschiedene Möglichkeiten untersucht“, erklärt Weiland. Die Verwendung eines temperierbaren Heißluftstroms brachte bei der Verringerung der Bindenähte einen deutlichen Erfolg. Die Forschungsergebnisse werden von Varioplast derzeit im industriellen Umfeld getestet.

Kooperation mit Hochform

„Industrie trifft Hochschule“ bietet eine Austauschplattform zwischen Unternehmen und Wissenschaft. Die Vortragsreihe wird von der Hochschule in Kooperation mit der Cluster-Initiative „Hochform“ des Eigenbetriebs Wirtschafts- und Stadtmarketing Pforzheim (WSP) getragen.