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Weil eine Mutter mit 2,2 Promille ihr zwei Kleinkinder durch Pforzheim gefahren hat und ein Säugling vom Rücksitz in den Fußraum gerutscht war, nimmt jetzt das Jugendamt aus Kinderschutzgründen den Fall unter die Lupe. 
Weil eine Mutter mit 2,2 Promille ihr zwei Kleinkinder durch Pforzheim gefahren hat und ein Säugling vom Rücksitz in den Fußraum gerutscht war, nimmt jetzt das Jugendamt aus Kinderschutzgründen den Fall unter die Lupe.  © dpa
24.01.2012

Volltrunkene Mutter fährt Kinder: Jugendamt prüft

Pforzheim. Der Fall einer volltrunkenen Autofahrerin, die mit einem Säugling und einem Kleinkind an Bord durch Pforzheim gefahren ist und dabei ihr Baby scheinbar unbemerkt aus dem Kindersitz in den Fußraum des Autos rutschen ließ, wird jetzt vom städtischen Jugendamt unter die Lupe genommen. Ohne auf Einzelheiten des Falles einzugehen, berichtete der städtische Pressesprecher Michael Strohmayer auf PZ-Anfrage, dass das städtische Jugendamt ein- bis zweimal jährlich mit ähnlichen Fällen konfrontiert sei.

Üblicherweise würden die Kinder dann in Obhut genommen. Ein 24-Stunden-Notdienst gewährleiste, dass dies rund um die Uhr möglich sei. Aus dieser Obhut entlasse die Behörde die Kinder erst dann, wenn die Beamten sicher seien, dass es sich um eine einmalige Situation handele. Schließlich gilt es, das Leben der beiden Kleinkinder zu schützen.

Der Entzug der Kinder kann aber nur das letzte Mittel sein. Das sieht auch der Gesetzgeber so. Eine Einbindung in die Familie ist einer Trennung und möglichen Heimunterbringung vorzuziehen. Um die Kinder vor Gewalt oder Verwahrlosung in den Familien zu schützen, kann das Jugendamt Aufsichtsfunktionen wahrnehmen, etwa bei regelmäßigen Besuchen in der Familie. Es gibt für solche Fälle ein dickes Paket an Hilfs- und Beratungsangeboten. Fest steht: Bei Kindesmisshandlung handelt es sich um eine Straftat, und Misshandlungen können vielflätiger Natur sein und mit Verwahrlosung beginnen.

Welche Hintergründe dieser Fall bietet, was da schief gelaufen ist oder ob es sich um einen einmaligen Fall handelt, das alles ist noch unklar. Hier muss das Jugendamt möglichst schnell den Überblick bekommen - im Interesse der beiden kleinen Kinder. kli/tok