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Pascal Bertsch prüft im Vollgut-Lager der Brauerei Ketterer eine frisch abgefüllte Flasche Bier. Fotos: Türschmann
Pascal Bertsch prüft im Vollgut-Lager der Brauerei Ketterer eine frisch abgefüllte Flasche Bier. Fotos: Türschmann
25.11.2017

Vom Garagen-Brauer zum Bier-Experten - Pascal Bertsch ist Azubi des Monats im November

Pascal Bertsch macht bei der Brauerei Ketterer in Pforzheim eine Ausbildung zum Brauer und Mälzer. Angefangen hat alles in der Garage.

Bier – DAS deutsche Kultgetränk. Deutsches Bier steht für Tradition, Qualität und Vielfalt. Über 1400 Brauereien produzieren in Deutschland den beliebten Gerstensaft. Pascal Bertsch ist mittendrin. Der 26-Jährige absolviert bei der Brauerei Ketterer in Pforzheim seine Ausbildung zum Brauer und Mälzer und ist derzeit im 2. Lehrjahr. Angefangen hat alles mit einer Reportage übers Bierbrauen, die Pascal im Fernsehen gesehen hatte. „Das sah gar nicht so schwierig aus“, begründet er die Anfänge. Sein erster Sud war direkt erfolgreich – vermutlich wäre es sonst gar nicht so weit gekommen. Doch die Leidenschaft fürs Brauen war geweckt. In der Garage stellt er sein eigenes Bier her, denn „im Haus darf ich nicht“, lacht er. Und mit der eigenen kleinen Brauerei kam auch der Wunsch, diesen Beruf zu erlernen. Dabei begann seine berufliche Laufbahn ganz anders. Nach einer Ausbildung zum Feinwerkmechaniker hatte er bereits ein Jahr in diesem Job gearbeitet. Doch die Idee, sich bei der Brauerei Ketterer zu bewerben, ging dem 26-Jährigen nicht mehr aus dem Kopf. „Ich bin so froh, dass ich hier bin. Ich bereue meine Entscheidung auf keinen Fall!“ Und das sieht man ihm an. Voller Eifer macht er sich am frühen Morgen unter Aufsicht seines Ausbilders und Braumeisters Paul Fallscheer an einen Versuchssud. Die Ausbildung zum Brauer und Mälzer ist komplex, denn vieles fließt ein in gutes Bier. Wie trifft man den idealen Geschmack und wie werden die einzelnen Stoffe verarbeitet? All das muss perfektioniert werden.

Haustrunk: Die Arbeit mit nach Hause nehmen

Und es geht nicht nur ums Bier. „Der Beruf hat viel mit Reinigen und Säubern zu tun, darauf muss man sich einstellen“, erklärt Pascal. Sobald das Bier vom Gärbottich in die Lagertanks gelassen wird, hüpft der Azubi in den Kessel und schrubbt los. Für Langschläfer ist der Brau-Beruf nichts: Manchmal muss Pascal schon um 4 Uhr morgens bei Ketterer auf der Matte stehen. Dagegen ist der Unterricht an der Berufsschule direkt entspannend. Obwohl er lieber arbeitet als zu büffeln, freut er sich, dort viele neue Leute kennenzulernen: „Ich habe das Gefühl, dass das in diesem Beruf leichter ist, weil die gemeinsame Leidenschaft verbindet.“ Auch privat verbringt er seine Zeit gerne mit Freunden. In seinem Heimatort Oberkollbach (Gemeinde Oberreichenbach) spielt er beim ansässigen Fußballverein und ist als Torwart der 1. Mannschaft einer der wichtigsten Männer auf dem Platz. Was natürlich nicht fehlen darf: das traditionelle Bier nach einem Spiel. Seine Lieblingsbiersorte ist Export. Aber am liebsten probiert er sich bunt durch alle Brauereien durch. „Dieses Interesse bringt der Beruf einfach mit sich“, erklärt er. Das merkt auch sein Ausbilder P. Fallscheer. „Pascal hat pro Tag ungefähr hundert Fragen an mich“, lacht er. Aber neben der ganzen Arbeit geht es bei der Brauerei Ketterer natürlich auch ums Bier trinken. 60 Liter des so genannten „Haustrunks“ bekommt Pascal im Monat. „Ich nehme meine Arbeit quasi mit nach Hause“, zwinkert der Azubi. Prost!

Pascal Bertsch ist "Azubi des Monats" November