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28.08.2009

Vom Papier zur fertigen Zeitung

PFORZHEIM/ENZKREIS. Die „Pforzheimer Zeitung“ lesen sie gleich morgens. Aber wie entsteht eine solche Zeitungsausgabe? Leser aus Pforzheim und dem Enzkreis haben sich das im PZ-Druckhaus ganz genau angesehen.

Die Papierrolle, die aufs Einspannen in die Druckmaschine wartet, reizt Ulf zum Kräftemessen. Der zehnjährige Ersinger versucht ächzend, die Rolle mit beiden Händen wenigstens einen Millimeter zu bewegen. Dann gibt er grinsend auf – und die 1,2 Tonnen Papier erhalten von ihm einen anerkennenden Klaps. Ganz schön schwer so ein Ding, aus dem in der Nacht Zeitungen werden.

Im Druckhaus staunen aber auch die erwachsenen Teilnehmer der PZ-Sommeraktion. „Das geht so rasend schnell“, wundert sich die Enzbergerin Doris Müller, als die ersten Papierbahnen für die Samstagsausgabe in die Maschine eingelegt werden. Kurz gibt die Rotation Gas – zur Kontrolle, ob alles sitzt. Später, beim Druck, werden die Papierbahnen mit über 35 Stundenkilometern durch den Raum gezogen.

Die Dimensionen der Maschinen, fast zehn Meter hoch und 30 Meter lang, beeindrucken auch den Pforzheimer Richard Siegle. Er kennt das Zeitungshaus noch aus einer Zeit, als die Texte noch mit Bleilettern gedruckt wurden. Über die vielen anderen Rädchen, die ineinandergreifen müssen, bis eine fertige PZ im Briefkasten der Leser steckt, hatten sich die Besucher zuvor im PZ-Forum beim Film über das moderne Verlagshaus informiert. Und sie hatten jede Menge Fragen. Wer die Überschriften für die Artikel macht und auf was dabei geachtet wird, wollte der Kelterner Otto Seebach wissen und erfährt, dass die Redakteure Titel schreiben, die Leser sofort für einen Text interessieren sollen. Und die natürlich stimmen müssen. Der Bauschlotter Dieter Franzke fragt nach der idealen Zahl von Zeichen in einer Zeile. Was sich leicht lesen lässt und was schwerer, empfindet aber jeder anders. Dass die PZ-Abonnenten gerne lesen, dafür arbeiten rund 170 Menschen jeden Tag: vom Redakteur bis zum Drucker an der Riesenmaschine.