nach oben
06.02.2009

Von Wundern und regnenden Rosen

Ein Sehen und Gesehenwerden bot sich am Donnerstagabend im PZ-Forum. Wobei es ja eigentlich ums Hören ging, denn Angelica Witzenmann stellte dort ihre neue CD „Ich weiß, es wird einmal ein Wunder geschehen... “ vor. Dennoch: Ab 19 Uhr füllte sich das Foyer mit aufgehübschten Damen – mal in Jeans und Pelz, mal im Leoparden-Look mit üppigem Schmuck – und Herren in edlem Zwirn, die bei Champagner und Knabbergebäck über Gott und die Welt plauderten.

Bis zu dem Punkt, an dem mit einem Trommelwirbel der Auftritt der Pforzheimer Sängerin angekündigt wurde. Rasch füllten sich die Plätze, die Gespräche verstummten, und die Blicke richteten sich gespannt auf die romantisch in Rosa ausgeleuchtete und mit Blumen großzügig dekorierte Bühne.

Dort glänzte wenige Sekunden später auch schon die Gastgeberin. Und das im wahrsten Sinne des Wortes: Die Silberfäden in ihrem schwarzem Kleid und ihr Schmuck schillerte und funkelte im Scheinwerferlicht, als sie zu „Eins und eins macht zwei“ anstimmte. Mit tiefer Stimme sang Witzenmann bekannte Lieder und Chansons vom Küssen, von ewiger Liebe und von einem Ball-Erlebnis in Paris sowie das flottere Stück „Ich glaub, 'ne Dame werd' ich nie“.

Nach dem schwermütigen „Sag mir, wo die Blumen sind“ ließ sie für ihr Publikum gesanglich rote Rosen regnen und verabschiedete sich in eine Umkleidepause. Michael Quast, der die Sängerin am Piano begleitete, umrahmte diese erste Pause musikalisch.

Manch einer traute seinen Augen kaum, als Witzenmann dann in knappen schwarzen Hotpants zurück auf die Bühne kam und sich dort unter die Deko-Laterne stellte. Doch als sie „Lilli Marleen“ dazu sang, passte alles perfekt zusammen. Zum Lied über Johnnys Geburtstag räkelte sich die Sängerin lasziv auf dem Sofa und animierte das Publikum beim Titel „Nur nicht aus Liebe weinen“ von Zara Leander zum Mitklatschen.

Ihre Gesangseinlagen unterbrach Angelica Witzenmann gelegentlich, um einen Schluck Wasser zu trinken, ihre Notenblätter zu ordnen, zufrieden-wohlig ins Mikrofon zu seufzen oder sich erneut umzuziehen. Nach der zweiten Ankleidepause setzte sie das Konzert in einem langen gold-schillernden Kleid fort, dessen Lichtreflektionen kleine Textpatzer überblendeten.

Im letzten Teil sang Witzenmann mehrere Titel ihrer neuen CD „Ich weiß, es wird einmal ein Wunder geschehen... “ und ließ ihre Zuhörer bei „Davon geht die Welt nicht unter“ mitsingen. Die durch begeisterten Beifall geforderte Zugabe gab die Sängerin gerne in Form von erneut vertontem Rosenregen. Das Ende der Veranstaltung ähnelte dann wieder dem Beginn: In lauschiger Runde gab es genügend Gelegenheit für ein Glas Champagner, feine Häppchen und Gespräche.