nach oben
Der Neue: Herbert Marquard
Der Neue: Herbert Marquard © eins energie in sachsen
16.04.2019

Von der Interims- zur Dauerlösung? Neuer SWP-Chef will wohl länger bleiben

Pforzheim. Stadtwerke-Geschäftsführer Herbert Marquard plant mit einem deutlich längeren Engagement beim Energieversorger als zunächst vorgesehen. Nach PZ-Informationen soll es bei der Sitzung des SWP-Aufsichtsrats am 29. April auch um eine Vertragsverlängerung von Marquard bis zum 31. Dezember 2022 gehen.

Ursprünglich war geplant, dass der 64-Jährige die Geschäfte übergangsweise nur bis zum 31. Januar 2020 führt. Marquard wurde eingesetzt, nachdem seine beiden Vorgänger Roger Heidt und Thomas Engelhard im Zuge der SWP-Affäre vom Aufsichtsrat Ende Januar fristlos abberufen worden waren.

[PZ-Interview mit neuem SWP-Geschäftsführer Herbert Marquard: "Ich decke die ganze Palette ab"]

Die Stadtwerke wollten am Montag die geplante Vertragsverlängerung mit Verweis auf die Vertraulichkeit des Aufsichtsrats nicht kommentieren. Stattdessen betonten sowohl Marquard als auch SWP-Betriebsratschef Henry Wiedemann in einer gemeinsamen Stellungnahme, dass es bei den Stadtwerken keine Änderungskündigungen gegeben habe. Es seien lediglich wenige „einvernehmliche Anstellungsvertragsänderungen“ zum Abschluss gebracht worden. Die PZ hatte am Samstag unter Berufung aus Aufsichtsratskreisen berichtet, dass die Umstrukturierungsmaßnahmen von Marquard bis zu 50 Änderungskündigungen notwendig machten.

Was bisher geschah:

Die Stadtwerke hatten im Dezember massive Verluste durch umstrittene Telesales-Verträge, die per Telefonmarketing gewonnen wurden, einräumen müssen. Dies führte zu einem Gewinneinbruch von gut elf Millionen Euro in 2017 auf 4,2 Millionen Euro im vergangenen Jahr. Als Konsequenz aus dem lange nicht gemeldeten Gewinneinbruch wurden im Januar die beiden Geschäftsführer Roger Heidt und Thomas Engelhard vom Aufsichtsrat fristlos abberufen. 

Die Geschäfte der Stadtwerke führt seitdem Herbert Marquard.

Im Zuge des Gewinneinbruchs verzichtete der Aufsichtsrat auch auf eine Renditeausschüttung an die Mehrheitsgesellschafterin Stadt Pforzheim und die Mitgesellschafterin Thüga AG. Die fehlenden 6,5 Millionen Euro haben OB Peter Boch und den Gemeinderat Ende des Jahres dazu veranlasst, die Verabschiedung des Doppelhaushalts 2019/2020 zu verschieben. Erst am 26. März wurde der Etat beschlossen.