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250 Jahre Goldstadt Pforzheim

Geübte Seilakrobaten wie David Zucker aus Villingen-Schwenningen sorgen für ganz besondere Hingucker. Foto: Frommer
Geübte Seilakrobaten wie David Zucker aus Villingen-Schwenningen sorgen für ganz besondere Hingucker. Foto: Frommer
18.06.2017

Von neuen Ufern bald zur neuen Welle in Pforzheim?

Pforzheim. Musik und mediterrane Leichtigkeit: Zurückgelehntes, südliches Flair bestimmte am Samstag das Enzufer am Waisenhausplatz. Die Juni-Sonne spendete wohldosierte Strahlen. An der Uferpromenade gab’s Getränke und frisch Gegrilltes. Auf dem Fluss tummelte sich ein Dutzend „Stand-Up-Paddler“. Für einen zusätzlichen Hingucker sorgten junge „Slackliner“, die akrobatisch auf einem 23 Meter langen Gurtband von Ufer zu Ufer übers Wasser balancierten.

Parallel zum Goldschmiedesteg überspannte ihre „Waterline“ die Enz. Hier wurden besonders viele Passanten zu faszinierten Zuschauern, sobald ein „Slackliner“ den Tanz auf dem nachgiebigen Schlauchband wagte. Manche stürzten nach wenigen Metern – unter lautem Hallo – vom Gurt ins kühle Nass. Geübtere Seilakrobaten, wie beispielsweise David Zucker (22) aus Villingen-Schwenningen, sorgten für ganz besondere Hingucker, indem sie die dem schlaffen Seil innenwohnende Dynamik für Handstände und atemberaubende Sprung-Tricks nutzten.

Der junge Physik- und Sportstudent mit den markanten blonden Dreadlocks bewegt sich seit sieben Jahren auf dem Gurtband. Im Gespräch erläuterte er: „Um auf der Slackline die eigene Balance, Konzentration und Koordination zu üben, braucht man einen optischen Fixpunkt. Die Fließbewegung des Wassers stört beim Ausblenden der Umgebung ungemein.“

Die Stehpaddler (SUPs) – Anfänger und Cracks – trafen sich beim selben Event in Intervallen zu unterhaltsamen Wettrennen auf einem Parcours zwischen Rossbrücke und Goldschmiedesteg. Ein gutes Dutzend Leihbretter lag bereit, eine Familie hatte ein frisch im Internet erworbenes aufblasbares Brett mitgebracht. Der in den Rennen jeweils Erstplatzierte erhielt vom Veranstalter ein T-Shirt mit dem Aufdruck „Blackforestwave“.

Vereinsvorstand von Blackforestwave ist Steffen Rose (26), der die Vision der Slackline- und SUP-Veranstaltung „Auf zu neuen Ufern“ am Waisenhausplatz den Organisatoren des Jubiläums „250 Jahre Goldstadt“ erfolgreich zu vermitteln wusste. Während des Events moderierte er eloquent die verschiedenen Veranstaltungselemente. Seine Marketing-Mitstreiterin Vivien Straka (26) betonte die Hilfe des Gesamtkoordinators des Jubiläumsfestivals: „Gerhard Baral hat uns von Anfang an stark unterstützt – auch bei den Haftungsfragen.“

Stimmen und coole Stimmung

Simon Müller (32) hat in Pforzheim Maschinenbau studiert und ist für das Event an der Enz aus Stuttgart angereist. Auch er zählt „Slackline“ und „Stand-Up-Paddeln“ zu seinen Sportarten. „Mit einer künstlichen Welle hätte Pforzheim ein Alleinstellungsmerkmal und einen kulturellen Mehrwert“, bringt er seinen Eindruck von der Veranstaltung auf der Enz auf den Punkt.

Surfer aus der Region müssten derzeit für einen Wellenritt mindestens bis zum 260 Kilometer entfernten Münchner Eiskanal reisen. Auch Organisator Steffen Rose weiß: „Andere Städte hätten gerne einen aufgestauten Pool im Zentrum. Pforzheim besitzt einen. Nur zum Bierflaschenversenken ist der viel zu schade.“

Gegen 16 Uhr setzte die Live-Musik ein. Eine Briese trägt Songs wie den 68er-Hit „Feelin’ Allright“ herüber, gekonnt dargeboten von der Pforzheimer Rock-’n’-Soul-Blues-Formation „Call Her Sugar“: Mirco Scheidt (Gesang), Andreas Dihlmann (Gitarre), Stefan Fischer (Keyboards), Harry Ohligmacher (Schlagzeug) und Andreas Falke (Bass).

Mehr zum Thema: www.blackforestwave.de

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