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Nur ein Baum spiegelte sich am Wochenende im leeren „Seehaus“-Schaukasten.  Foto: Frei
Nur ein Baum spiegelte sich am Wochenende im leeren „Seehaus“-Schaukasten. Foto: Frei
04.01.2016

Vor verschlossenen Türen: Ausflugslokal „Seehaus“ noch ohne Pächter

Ef-te geht durch die Stadt und freut sich auf einen Sonntagsspaziergang. Also rein am Leo in den Fünfer und hinaus zum Seehaus. Denn der Hagenschieß wurde ihm sozusagen in die Wiege gelegt. War sein Vater doch in den 1950er- und 1960-er Jahren dort Revierleiter, und sein Sohn wuchs sozusagen zwischen Maihütte und „Seehaus“ auf. Dieses war damals vor allem eine Vesperwirtschaft mit Saitenwürste, Wurstsalat und Schnitzel. Gehobene Gastronomie zog dort erst ein, als der 1774-1776 erbaute Jagdpavillon des Markgrafen fast schon dem Verfall preisgegeben war. Das spätere, traditionsreiche Ausflugslokal wurde schließlich durch einen Deal, den der damalige Erste Bürgermeister Siegbert Frank mit dem Land Baden-Württemberg erreichte, und durch den das „Seehaus“ für eine symbolische Mark in den Besitz der Stadt kam, vor dem Abrissbagger gerettet wurde.

Brauhaus-Chef Wolfgang Scheidtweiler und seinem Architekt Helmut Kienzler ist es zu verdanken, dass das historische Gebäude nicht nur saniert, sondern auch behutsam erweiter wurde. Schnell machte sich das „Seehaus“ auch weit über die Grenzen von Pforzheim und dem Enzkreis hinaus als Landgasthof einen hervorragenden Namen. Pächter im neu eröffneten „Seehaus“ wurde Theo Jost („Ochsen-Post“, Tiefenbronn). Ihm folgten bald Gabriele und Borislav Kampmann, die aus Hessen kommend, sich hier schnell wohlfühlten. Am Silvesterabend verabschiedeten sie sich. „Herzlichen Dank für 17 schöne Jahre mit Ihnen. Für uns beginnt ein neuer Lebensabschnitt und für Sie geht es im neuen Jahr mit einem neuen Betreiber weiter“, vermerkten sie auf der Internetseite www.seehaus-pforzheim.de, worüber die PZ-Leser schon seit Juni informier waren. Die Kampmanns wechselten ans Hohenwart Forum.

Als ef-te am Sonntag vor dem „Seehaus“ stand, erging es ihm wie unzähligen Ausflüglern, die wie üblich teils von weither aus dem Raum Stuttgart, Böblingen und Waiblingen angefahren kamen: Er stand vor verschlossenen Türen. Aber ein neuer Pächter soll schon gefunden sein, so Brauhaus-Chef Wolfgang Scheidtweiler.

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