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Nicht weit entfernt, unweit des Kelterstraßen-Kreisels, starb vier Jahre später ein 22-Jähriger. Foto: Ketterl
Zwei junge Menschen verloren bei dem Unfall vor zehn Jahren auf der Unteren Wilferdinger Straße ihr Leben. Foto: Frei
20.01.2018

Vor zehn Jahren: Furchtbarer Unfall mit zwei Toten auf Unterer Wilferdinger Straße

Pforzheim. Es war ein sonniger Wintertag, als plötzlich das schrille Tat-tü-tata der Einsatzwagen von Polizei, Feuerwehr und Notarzt- und Krankenwagen die Mittagsruhe an jenem Sonntag vor zehn Jahren (20. Januar 2008) durchbrach. Auf der Unteren Wilferdinger Straße hatte sich ein schrecklicher Unfall ereignet: Ein BMW, von der Bahnunterführung kommend, war ins Schleudern geraten und frontal gegen einen Opel Zafira gestoßen. Zwei junge Menschen verloren ihr Leben, zudem rangen mehrere mit dem Tod.

Ganz frisch den Führerschein

Wie sich bei der Unfallaufnahme und den folgenden Ermittlungen ergab, befanden sich fünf junge Leute im BMW auf dem Weg von der Jahnhalle auf die Wilferdinger Höhe. Sie wollten ihre kurze Spielpause bei einem Fußballturnier des Clubs Fatihspor nutzen, um Proviant in einem Burger-Restaurant zu holen. Der 18-jährige Fahrer, der erst seit ein paar Tagen den Führerschein besaß, hatte dazu von einem Kumpel den Schlüssel für dessen Wagen erhalten. Schon bei der Einmündung der Emil-Strauß-Straße war der Jugendliche wohl wegen überhöhter Geschwindigkeit ins Schleudern geraten und unterhalb des Heims am Hachel gegen den Zafira gekracht. In dem saß ein Familie mit drei Söhnen, die auf dem Weg zum Eislaufen nach Bad Liebenzell war.

Bildergalerie: Erinnerungen an einen Horrorcrash in Pforzheim

Der Unfall war um 12.08 Uhr gemeldet worden. Als die Rettungskräfte vor Ort einrafen, spielten sich dramatische Szenen ab. Der 18-Jährige war im BMW so eingeklemmt, dass sein Fuß offensichtlich weiter das Gaspedal niederdrückte, so dass sich das Rad auf der Stelle drehte, sich dabei so erhitzte, dass es sich in den Asphalt der Straße einfraß. Zudem platzte der Motor, was ebenfalls als Indiz dafür gewertet wurde, dass er längere Zeit auf vollen Touren lief.

Ein zufällig an der Unfallstelle vorbeikommender Chefarzt des Krankenhauses Siloah leistete Erste Hilfe. Danach betreuten sechs weitere Ärzte sowie Sanitäter der DRK und des Arbeiter-Samariter-Bundes, die auch aus Bretten und Calw gekommen waren, die Opfer. Mehr als eine halbe Stunde benötigte die Feuerwehr, den 18-Jährigen und seinen Beifahrer aus dem BMW-Wrack herauszuschneiden. Die zum Teil lebensgefährlich Verletzten wurden in sieben Kliniken gebracht – neben Pforzheim nach Mühlacker, Calw, Ludwigsburg und Tübingen. Die Notfallseelsorge kümmerte sich um Verletzte und Angehörige, die zur Unfallstelle geeilt kamen. Auch eine Passantin, die beim Anblick des Horror-Unfalls einen Schwächanfall erlitten hatte, musste ärztlich betreut werden.

Verletzungen erlegen

Der 18-jährige Führerscheinneuling erlag noch an jenem Sonntag seinen Verletzungen. Ärzte kämpften an den folgenden Tagen um das Leben von drei Unfallopfern. Ein 15-Jähriger, der im BMW saß, erlag jedoch am Mittwoch in einer Tübinger Klinik seinen Verletzungen.

Lange war an einem Zaun auf der Südseite der Unteren Wilferdinger Straße an die beiden Toten erinnert worden. Für einen Gedenkmarsch zum Jahrestag des Unglücks war sogar die Fahrbahn gesperrt worden, als Dutzende von Freunden, Bekannten, Mitschülern und Fußballkameraden den Opfern des Horror-Crashs gedachten.

Leuchten mit Kerzen

Vier Jahre später erlitt wenige Meter weiter ein 22-jähriger Autofahrer tödliche Kopfverletzungen, als er frühmorgens stadtauswärts ins Schleudern geriet und gegen eine Mauer bei der Einmündung der Kaiser-Wilhelm-Straße krachte. Ein Kreuz, zwei Leuchten mit Kerzen und eine Pflanzschale stehen noch heute an der Stelle, an der sich der Unfall ereignete.

röhrich
21.01.2018
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