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So sehen Sieger aus: Die Gruppe GewölbeGaukler aus Wertheim entschieden den Wettbewerb für sich.  Fischle
So sehen Sieger aus: Die Gruppe GewölbeGaukler aus Wertheim entschieden den Wettbewerb für sich. Fischle
12.11.2017

Vorhang auf für das Reformationstheater in Pforzheim

Zum 500-jährigen Reformationsjubiläum am 31. Oktober konnte sich ganz Deutschland über einen einmaligen Feiertag freuen. Im Rahmen dieses Jubiläums fand am vergangenen Wochenende von Freitag bis Sonntag das landeskirchliche Theaterfestival „Vorhang auf: Reformationstheater“ in Kooperation mit dem Landesverband Amateurtheater Baden-Württemberg, der Theater-und Spielberatung Baden-Württemberg, der Akademie Schloss Rotenfels sowie dem Stadttheater Pforzheim und dem Kulturamt der Stadt Pforzheim statt.

Die fünf Theatergruppen „ChristusFriedenGemeinde Mannheim“, „GewölbeGaukler des Convenartis Kleinkunstvereins Wertheim“, „Schauspiel Eins! Heidelberg“, der Seminarkurs der Fritz-Erler-Schule Pforzheim und dem „Werkraumtheater Walldorf, Kinder- und Jugendtheater“ aus der Amateursparte kamen dafür in Pforzheim zusammen. Die Teilnehmer wurden von einer Fachjury aus 17 Amateurtheatergruppen ausgewählt, dazu gehörten Kinder- Schul-, Jugend-, Inklusionstheater-Gruppen sowie Erwachsenen-, Senioren und Puppentheater-Gruppen.

Dietmar Coors, landeskirchlicher Beauftragter für Theater und Spiel erläutert: „Das Theaterspiel war vor 500 Jahren neben anderen eines der Mittel, die Anliegen der Reformation öffentlich zum Ausdruck zu bringen und zu verbreiten. Auf Markt- und Kirchenplätzen wurden die eigens dafür geschriebenen volkssprachlichen Theaterstücke aufgeführt. Insbesondere biblische Inhalte und ihre Interpretation wurden auf die Bühne gebracht.“

Der evangelische Oberkirchenrat Dr. Matthias Kreplin eröffnete die Veranstaltung am vergangenen Freitagabend um 19:00 Uhr im Kupferdächle Pforzheim. Im Anschluss daran trat die erste Gruppe, der Seminarkurs der Fritz-Erler-Schule Pforzheim, mit ihrer Darbietung „Reformation ON SCREEN“ auf. Am Samstag folgten die Vorstellungen der weiteren vier teilnehmenden Theatergruppen. In den Stücken gingen sie unter anderem auf Fragen zum Tod, der Auferstehung und Mut ein. Etwa 40 Leute besuchten die Vorstellungen im Schnitt, viele selbst Laienschauspieler.

Gestern Vormittag rundeten ein Theatergottesdienst in der Auferstehungskirche sowie die Preisverleihung in der Stadtkirche mit Empfang und Imbiss die Veranstaltung ab. Die Jury wählte die Gruppe „GewölbeGaukler des Convenartis Kleinkunstvereins Wertheim“ mit ihrem Stück „Funkenflug“ zum Gewinner. Passend zum Thema wurden am Eingang Knicklichter verteilt, die später die Funken symbolisieren sollten.In der vierteiligen Vorstellung gingen sie auf die Themenfelder Freiheit, Bildung, Frère Rogers Suche und der Verantwortung für die Welt ein. Dazu stellten sie bekannte Persönlichkeiten wie Bernd Siggelkow, Gründer des christlichen Kinder- und Jugendwerks „Die ARCHE“ oder Alfred Nobel, Erfinder des Nobelpreises dar. Sie werden dafür prämiert und für das Frühjahr 2018 nach Bremen in die Kulturkirche St. Stephani eingeladen.

„Ich mag an Theater, dass man sich kreativ austoben darf“ , erzählt Marco Lutz, Mitglied im „Werkraumtheater Walldorf, Kinder- und Jugendtheater“ und freut sich zusammen mit seinen Theaterkollegen auf ihren gemeinsamen Auftritt. Später erhielten sie den Publikumspreis.