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14.07.2009

Vorne rein, hinten raus: Einbahnverkehr in SVP-Bussen

PFORZHEIM/ENZKREIS.  Von August an gilt in den Bussen des Stadtverkehrs Pforzheim und des Verkehrsverbunds Pforzheim-Enzkreis: Vorne beim Fahrer einsteigen, Ticket vorzeigen oder lösen und hinten aussteigen.

Was in anderen Städten wie Kassel oder Nürnberg bereits Alltag ist, soll im Sommer auch in den Bussen in der Stadt und der Region eingeführt werden: Gemäß dem Slogan „Vorne rein, hinten raus“ sollen die Kunden nur noch beim Fahrer einsteigen. Dadurch soll die Quote an Schwarzfahrern deutlich gesenkt werden, wie Johannes Schwarzer, Geschäftsführer des Stadtverkehrs Pforzheim (SVP) gestern erläuterte.

Derzeit erwischen die Kontrolleure drei Prozent der kontrollierten Gäste als Schwarzfahrer. Insgesamt werden allerdings nur vier Prozent aller Fahrgäste kontrolliert.

Durcheinander beseitigen

Durch die Neuregelung hofft die Stadtverkehr auf geschätzte Mehreinnahmen zwischen 200 000 und 250 000 Euro. Die Summe errechnet sich nach Angaben von SVP-Sprecher Demmel durch die erhöhte Kontrollquote. Außerdem soll in den rund 70 Bussen, die täglich im Stadtgebiet unterwegs sind, das Durcheinander beim Rein und Raus durch die neue Regelung aufgelöst werden.

Axel Hofsäß, Geschäftsführer des Verkehrsverbunds Pforzheim-Enzkreis (VPS), betonte, dass das Einsteigen im vorderen Bereich nur für rund 50 Busse eine Neuerung sei. Der Rest der rund 220 Fahrzeuge praktiziere bereits diese Form des Einsteigens. Auch Hofsäß rechnet im Verbund mit Mehreinnahmen von rund 300 000 Euro. Doch nicht alle Fahrgäste müssen umdenken: Eltern mit Kinderwagen, Behinderte im Rollstuhl sowie Personen mit sperrigem Gepäck dürfen den hinteren Eingang benützen.

Auch an stark frequentierten Stationen wie Schulen dürfen die Schüler vorne und hinten in den Bus stürmen. Außerdem darf der Fahrer auch situationsbedingt entscheiden: „Wenn’s gewittert und in Strömen regnet, dann mache ich die Türen auf“, erklärt Hofsäß. Außerdem können Gäste mit Mehrwertkarten in stressigen Zeiten von den Fahrern gebeten werden, ihre Karte selbst im hinteren Bereich zu entwerten.

Für die Umstellung werden einige Busse vorne im Eingangsbereich umgebaut, damit es nicht zu Drängeleien kommt. Außerdem seien die Mitarbeiter geschult worden, berichtet Schwarzer. Zusätzlich werden die Fahrgäste im Stadtgebiet – immerhin registriert die Stadtverkehr rund 60 000 Fahrten täglich – über die Umstellung informiert. Nicht umgestellt wird indes die Kontrolle der Schwarzfahrer: Die fünf hauptamtlichen Kontrolleure bleiben wie weitere Mitarbeiter im Einsatz. So soll gewährleistet werden, dass niemand auf Kosten des Anderen mitfährt“, sagt Schwarzer. Der SVP-Chef  ist sich auch darüber im Klaren, dass „am Anfang alle lernen müssen“.