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Viktoria Spiegl freut sich mit drei der allerersten Bambini-Ranger: Freddy, Jade und Julius (von links).  Foto: Seibel
Viktoria Spiegl freut sich mit drei der allerersten Bambini-Ranger: Freddy, Jade und Julius (von links). Foto: Seibel
18.03.2016

Vorschulkinder auf dem besten Weg, Wildhüter zu werden

Erstmals ernennt der Pforzheimer Wildpark Kinder zu Bambini-Rangern. Der Nachwuchs wacht vorbildlich über Kaninchen und Meerschweinchen.

Kann sich ein Kaninchen pudelwohl fühlen? Jedenfalls sehen die Mümmler genauso aus, die Freddy und Julius auf ihren Armen halten. Wie Jade und zwei weitere junge Tierfreunde des nahen Waldkindergartens haben die Jungs eine Ausbildung absolviert, die ihnen gestern gleich mehrfach Ehre einbrachte: Sie haben nun eine schicke Mütze auf dem Kopf, ein Abzeichen an der Jacke und dürfen sich als allererste Kinder ab sofort Bambini-Ranger nennen. Kein Wunder, dass ihre Gesichter mit der Sonne um die Wette strahlten.

Saubere und sorgfältige Arbeit

„Wir sind stolz wie Bolle, dass ihr das geschafft habt“, sagte Wildpark-Förster Carsten Schwarz, bei der kleinen Feierstunde im Kinderbauernhof, bei der Viktoria Spiegl als Überraschung auch noch Muffins in Kaninchen-Form samt Zuckereiern und Marzipan-Möhrchen auf die Teller zauberte.

Viktoria Spiegl ist selbst ein großer und treuer Wildpark-Fan. Seit zehn Jahren kümmert sie sich ehrenamtlich um die Tiere und vermittelte Besuchern als Junior-Ranger die Faszination dieses Schmuckstücks der Goldstadt inmitten der Natur. Heute absolviert die 22-Jährige im Waldkindergarten eine Ausbildung zur Erzieherin. Die Bambini-Betreuung ist ihre Projektarbeit. Die schriftlich festgehaltenen Erkenntnisse sollen als Regelwerk für weitere solche Angebote dienen, die sich speziell an Kindergärten in der Region richten.

An vier Tagen versorgten die von den Profis eingewiesenen Kinder Kaninchen und Meerschweinchen. Wie Jade berichtete, durften sie und die weiteren Nachwuchs-Wildhüter die Tiere füttern, waschen oder deren Wasserschüssel reinigen. Auch die Treppe wurde geschrubbt. „Die war voller Taubenkacka“, betonte Freddy.

„Wir wollen den Kindern zeigen, welche Verantwortung es bedeutet und was es für Arbeit macht, ein Tier zu halten“, erläuterte Schwarz, der die ersten Bambini-Ranger augenzwinkernd als „unsere Versuchskaninchen“ bezeichnete. Denn Nachwuchs gibt es im Wildpark nie genug.

Zwar wurden seit 2003 zahlreiche Junior-Ranger ausgebildet, und auch der Kurs in den kommenden Sommerferien ist wieder ausgebucht. Doch von Jahr zu Jahr blieben weniger Junior-Ranger, die mindestens zehn Jahre alt sein müssen, bei der Stange. 15 sind aktuell aktiv. „Wir haben viele Gegenspieler“, weiß Schwarz und verweist auf TV, Internet und Smartphone. Umso wichtiger sei es, die Kinder „rauszulocken“ – in die Natur und an die frische Luft. Deshalb können sich nun auch weitere Kindergarten- und Vorschulkinder ab fünf Jahre solche Käppis und Abzeichen verdienen. Denn „Junior-Ranger und Bambini-Ranger gibt es nicht bei eBay“, sagt Schwarz.

Interessierte Kindergärten erhalten weitere Infos per E-Mail an wildpark@stadt-pforzheim.de