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Auftritt: Konrad Merz (Violine), Martin Seith-Böhm (Piano, hinten), Felix Richter, Lydia Rieger, Paula Gehrlein (alle Violine), Ida Vinçon (Bratsche), Elia Helbig (Violine) und Noah Breuning (Cello). Dahinter tanzen (von links): Annabell Stannat, Jennifer Gerhardt, Maomi Russo, Sophie Burkart und Luca Reutter.  Frommer
Auftritt: Konrad Merz (Violine), Martin Seith-Böhm (Piano, hinten), Felix Richter, Lydia Rieger, Paula Gehrlein (alle Violine), Ida Vinçon (Bratsche), Elia Helbig (Violine) und Noah Breuning (Cello). Dahinter tanzen (von links): Annabell Stannat, Jennifer Gerhardt, Maomi Russo, Sophie Burkart und Luca Reutter. Frommer
07.06.2017

Vorstellung an der Waldorfschule - Wo individuelle Vielfalt Programm ist

Eine Vielzahl künstlerischer Elemente durchwirkt an der Goetheschule alle Fächer. Die gleichzeitige und gleichberechtigte Förderung kognitiver, kreativer und praktischer Fähigkeiten sind Ziel und konzeptioneller Kern der Waldorf-Pädagogik.

In festlichem Rahmen bei der jährlichen und öffentlichen Präsentation ihrer künstlerischen Abschlussarbeiten, zeigen knapp 60 Schülerinnen und Schüler der zwölften Klassen ihr Können eigenverantwortlich und auf ebenso vielfältige wie ansprechende Weise.

Elemente gemischt

Die Palette der Darbietungen reichte in diesem Jahr von klug geschnittenen Filmsequenzen, die die Schüler beispielsweise als eine Interviewserie zum Goldstadtjubiläum angelegt hatten, bis zu plastischen Skulpturen, Eurythmie-Darbietungen, Gedichtrezitation, Tanz, Choreografie und Poetry-Slam. Oft waren die Grenzen fließend, oder die Elemente wurden von Anfang an und konsequent gemischt, was Reiz und Unterhaltungswert zusätzlich erhöhte.

Ihren Leistungsstand in Französisch demonstrierten die Goetheschüler nicht durch bloßen Vortrag von Gedichten des Pariser Lyrikers Jacques Prévert – vielmehr entwickelten sie auf der Bühne ganze Spielszenen um einen mit raschen Strichen in einen Käfig gemalten Vogel und traten als Touristengruppe, teils mit amerikanischem Akzent auf. Dem Publikum im Festsaal der Goetheschule wurde Christian Morgensterns „Zäzilie“ nicht geschildert, sondern vor Augen geführt. Alle Ausdrucksformen der menschlichen Stimme nutzten die Schüler bei Peter Hochs Komposition „Laute“: Sie sangen, fauchten, zirpten. Mal ganz leise, mal sehr laut, mal einzeln, mal gemeinsam. Eine weitere Überraschung war das Gedicht „Johreszitt“ – in herzerfrischendem Elsässisch!

Eine Pause erlaubte den Zuschauern den Besuch der im Foyer des Festsaals eingerichteten Ausstellung von Malerei und plastischen Werken der Schüler. In der zweiten Programmhälfte „taute“ das Publikum richtig auf und feierte beispielsweise eine humorvolle und antimilitärische Charlie-Chaplin-Nummer (von Dieter Mucke), mehrere choreografisch anspruchsvolle Gruppendarbietungen und den Auftritt eines kleinen Streichorchesters mit lang anhaltendem Beifall.

Den Abschluss gestalteten alle Schüler gemeinsam als Chor. Sie sangen den Michael-Jackson-Klassiker „Heal the World“ und wiesen auf die von ihnen ehrenamtlich geförderte Institution hin: den Kinder- und Jugendhospizdienst „Sterneninsel“. Auch in diesem Sinne: eine rundum gelungene Veranstaltung.