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Antworten auf Ernährungsfragen: Der Wissenschaftler Nicolai Worm, Regine Schlossnickel, Geschäftsführerin von Kieser Training Pforzheim, und PZ-Verleger Albert Esslinger-Kiefer (von links) im Gespräch im PZ-Forum. Foto: Tilo Keller
Antworten auf Ernährungsfragen: Der Wissenschaftler Nicolai Worm, Regine Schlossnickel, Geschäftsführerin von Kieser Training Pforzheim, und PZ-Verleger Albert Esslinger-Kiefer (von links) im Gespräch im PZ-Forum. Foto: Tilo Keller
28.09.2017

Vortrag im PZ-Forum über gesunde Ernährung und Flexi-Carb-Prinzip

Pforzheim. Dass Ernährung, Sport und Gewicht irgendwie zusammenhängen, ist fast jedem bekannt. Die genauen Bezüge, in die auch noch der Lebensstil reinspielt, hat Professor Nicolai Worm im PZ-Forum auf Einladung des Pforzheimer Kieser Training Studios auf leicht verständliche Art und Weise einem interessierten Publikum nahegebracht.

Im vollbesetzten Saal stellte Regine Schlossnickel, Geschäftsführerin von Kieser Training Pforzheim, Worm vor. Er gehört zu den führenden Ernährungswissenschaftlern in Deutschland und unterrichtet seit 2008 an der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement in Saarbrücken. Bekannt wurde er durch seine Veröffentlichungen über die von ihm entwickelte LOGI-Methode und das Flexi-Carb-Prinzip. „Sitzen bringt uns um, denn es hat enorme Konsequenzen für den Körper“, führte der Fachmann dem gespannt lauschenden Publikum die Probleme unseres heutigen, bewegungsarmen Lebensstils vor Augen. Worm erklärte zunächst, wie der Körper Kohlenhydrate verarbeitet, also der aus Stärke aufgespaltene Zucker durch die Darmwand ins Blut und in die Leber geht, die ihn wiederum an die Muskeln verteilt. „Was dort nicht hineinpasst, wird in Fett umgewandelt und in Fettzellen abgelegt und gespeichert“, führte er aus. Insulin diene als Türöffner, um den Zucker aus dem Transportmittel Blut in die Muskelzelle zu bekommen. Hier wies er auf das Problem der Insulinresistenz hin, was er als Basis heutiger Zivilisationserkrankungen sah.

„Moderner Lebensstil fördert Insulinresistenz“, erklärte er. Zum Abbau des Zuckers im Blut werde immer mehr Insulin benötigt, was der Mensch allerdings nicht spürt. Weil sich der Insulinproduzent Bauchspeicheldrüse irgendwann verabschiede, sei das der Weg in den Typ 2 Diabetes. Am Beispiel einer Gänsestopfleber machte er auf die Gefahr von großen Mengen Fruchtzucker aufmerksam, der schnell mal durch Fruchtsäfte oder Fruchtsmoothies zusammenkommt. „Das ist die beste Möglichkeit, eine Fettleber zu bekommen. Und das klappt nicht nur bei Gänsen“, warnte Worm. Er empfahl, Früchte lieber zu essen als zu trinken. „Und das in Maßen, sonst kommen sie in einen Fruchtzuckerbereich, den ihr Körper nicht händeln kann.“

Die nichtalkoholische Fettleber, die einer Studie zufolge 42,2 Prozent der erwachsenen Deutschen haben, bezeichnete er als die häufigste chronische Lebererkrankung. Gefahr gehe bei unserem modernen Lebensstil auch von den Fettzellen aus, die eine chronische Entzündung entwickeln können.

Zudem wird Fett in der Bauchhöhle eingelagert, wenn Fettzellen nichts mehr aufnehmen können, und dadurch verfetten alle Organe, die dort liegen, mit. „Egal, was sie auf der Waage wiegen, ihre Organe müssen gesund sein“, sagte Worm.